Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der alten und mittelalterlichen Musik
Person:
Westphal, Rudolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38453/189/
von Polymnastus bis'Phrynis. Tonarten: Mixolydisch. 
179 
a h c d 
ist nur eine andere Transpositionsscala des dorischen 
-d e f 9, 
und in diesen Tönen d e f g ist jene Melodie in der That in der uns 
überlieferten Notirung geschrieben, nämlich folgendermaassen : 
Aber sie ist dennoch kein Dorisch, denn in der Vorzeichnung steht 
ein b, wonach die Scala im Sinne der Ueberlieferung folgende ist: 
e /" g ab o d e 
d. i. in der Transpositionsstufe ohne Vorzeichen 
b c d e f y a h, 
also die mixolydische Octavengattung. Wir haben in dieser „tetraoi- 
dischen“ Mixolydisti einen thatsächlichen Beleg für die oben von uns 
gegebene Ausführung, dass die mixolydische Melodie, so lange sie 
unvollständig ist (so lange ihr die auf den melodischen Schlusston nach 
der Höhe zu folgende fünfte Tonstufe fehlt), der dorischen Scala zuge¬ 
rechnet werden kann. Die Vorzeichnung mit Einem b aber besagt, 
dass die Scala keine dorische ist, sondern dass dieselbe, um mit Lam- 
prokles zu reden, die Diazeuxis oben in der Höhe hat (im to o£v), 
also eine mixolydische ist. Als dorische Melodie würde sie ein a-Moll 
sein müssen und in der Krusis vorwiegend den Ton a gebrauchen 
und speciell den Schlusston der Melodie mit dem Tone a verbinden. 
Man sieht sogleich, dass dies für unsere Melodie unmöglich ist. 
Die Tonica kann (bei der Scala ohne Vorzeichen) kaum eine andere 
sein als der Ton y, den wir als phrygische Tonica kennen gelernt 
haben, — unsere Melodie würde demnach ein die Melodie in derTerze 
abschliessendes phrygisches Dur sein. Hiermit würde die Natur der 
antiken Mixolydisti angegeben sein. Es träfe sich also, dass das antike 
Mixolydisch als Tonart mit dem mixolydischen Kirchentone (in g) zu¬ 
sammenfiele, denn der ganze Unterschied zwischen beiden würde darin 
12*
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.