Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der alten und mittelalterlichen Musik
Person:
Westphal, Rudolf
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38453/147/
-J. Olympus. 
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übrigen griechischen Lyrikern des jonischen und äolischen Ostens sind 
unhellenische Saiteninstrumente im Gebrauch. Nach einer anderen 
Stelle (Hesych. s. v. xhipta^ßoi) soll Aristoxenus mit dem Worte 
Klepsiamben eine bestimmte poetische Gattung des Alkman bezeichnet 
haben, woraus wenigstens dies hervorgeht, dass dies Instrument schon 
der älteren Zeit angehört und der Periode des Archilochus mindestens 
nicht fern steht. Um nun auf die Notiz des Phyllis zurückzugehen, so 
gebrauchte man die Jambyke, wenn man Jamben sang, den Klepsiambos, 
wenn man metrische Partien sprach (tu êv rdïg fxérçoig naçelop'CovTo). 
Dass unter diesen metrischen Partien Jamben zu verstehen sind, geht 
wohl aus dem Namen Klepsjambos, aus dem Ausdrucke na^eloyi^ovro 
und aus dem unmittelbar vorhergehenden tovg la^ßovg jjdov auf das un¬ 
zweideutigste hervor. Die Klepsiamben sind demnach die Instrumente, 
welche bei der Archilocheischen Parakataloge d. h. bei dem Parlando- 
vortrage der Jamben angewandt wurden ; der Ausdruck nuQaXoyiÇeiv hängt 
hierbei auf das innigste mit nciQcncuTnXoyri zusammen und in dem Worte 
y.ksyjiafjßog („Täuschiambe“) liegt eben der Eindruck des Unerwarte¬ 
ten, den man empfängt, wenn man glaubt, zum Saiteninstrumente wie 
gewöhnlich einen Gesang zu hören und statt dessen gesprochene Worte 
vernimmt. Den Klepsiamben gegenüber sind dann die Jambyken die¬ 
jenigen Saiteninstrumente, deren man sich zur Begleitung eigentlicher 
Lieder des jambischen Metrums, in denen keine Parakataloge angewandt 
wurde, bediente. 
4. Olympus. 
Es waren die Normen der Kitharodik und Aulodik durch Terpan- 
der und Klonas bereits festgestellt, als die Griechen durch fremde 
Musiker, welche aus dem Inneren Kleinasiens herübergekommen 
waren, mit einem neuen Zweige der musischen Kunst bekannt wurden: 
nämlich der Auletik. Die Instrumente dieser Fremdlinge, die Auloi, 
waren freilich längst schon bei den Griechen in Gebrauch, aber die 
Griechen wandten die Auloi nur als Begleiter des Gesanges an, jetzt 
hörten sie ein Aulosspiel ohne Gesang, eine reine Instrumentalmusik, 
eine tydri avh]aig. Zugleich hörten sie Melodien in neuen Tonarten, in 
Dur-Tonarten, von denen sie ganz anderes, als von ihrem nationalen 
Moll afficirt wurden. 
Die fremden Auleten stammten aus Phrygien. Dort sei, sagte 
man, die Heimath der Auletik. Hyagnis habe sie erfunden, habe sie 
seinem Sohne und Schüler Marsyas oder Masses und dieser wieder dem
        

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