Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das natürliche Lautsystem der menschlichen Sprache
Person:
Thausing, Moritz
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38326/15/
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Geräusch und Laut. 
Um von vornherein jede Unklarheit zu vermeiden, sei es ge¬ 
staltet , einige Begriffsbestimmungen vorzunehmen. 
In den Athmungs- und Esswerkzeugen sind dem Menschen zu¬ 
gleich die Mittel gegeben, verschiedene Scballerscheinungen her¬ 
vorzubringen. So besitzt er zunächst die Stimme, d. h. die Fähig¬ 
keit , mittelst der aus den Lungen gepressten Luft in seinem Kehl¬ 
kopfe durch die geeignete Stellung der Stimmbänder willkührliche 
Klänge zu erzeugen, denen die Mund- und Nasenhöhle als beweg¬ 
liches Ansatzrohr (Resonanzraum) dient. Diese Schallerscheinungen 
sind entweder Töne, die nach Höhe und Tiefe den musikalischen 
Gesetzen folgen, oder aber es sind die mannichfachsten Geräu¬ 
sche, die dann ihren Charakter an den verschiedensten Stellen 
des natürlichen Ansatzrohres erhalten können und zuweilen un¬ 
freiwillig erzeugt werden. Im letzteren Falle haben sie meist einen 
anderen physischen Grund im menschlichen Organismus und wir 
schliessen diese unwillkührlichen Geräusche mit allen jenen, welche 
anderen als sprachlichen Zwecken dienen, sogleich von unserer Be¬ 
trachtung aus ; dergleichen sind: Schluchzen, Schnarchen, Röcheln, 
Husten, Niesen, Zähneklappen, Aechzen, Seufzen, Schnauben, Krei¬ 
schen, Räuspern, Schnäuzen, Schnalzen, Pfeifen, Knirschen, Blasen, 
Schmatzen. 
Dem entgegen stehen jene Geräusche, die wir absichtlich und 
zum Zwecke der Sprache erzeugen. Diese treten in Begleitung des 
Slimmtones oder des Hauches (der vox clandestina) auf, die sie 
dann auch eigentümlich modificieren oder unterbrechen. Während 
der Ton im Kehlkopf erzeugt wird, entstehen die meisten dieser 
Geräusche anderwärts an verschiedenen Stellen der Mundhöhle 
sammt Nasenraum vom Kehlkopf bis zum Lippensaume. Der Ton
        

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