Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die physiologischen Fehler und die Umgestaltung der Klaviertechnik
Person:
Steinhausen, F. A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38311/8/
Erster Abschnitt. 
Allgemeine Vorbemerkungen. 
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Wer die Literatur über die Klaviertechnik, über die I. 
Methoden des Anschlags und des Übens, über den Gebrauch 
der Hände und Finger durchsieht, dem tritt ein auffälliger 
Mangel an Übereinstimmung zwischen Lehre und Praxis ent¬ 
gegen. Die Künstler, namentlich die bedeutenden, spielen 
ganz anders als von den Lehrmethoden für richtig erklärt wird; 
sie benutzen entgegen allem Schulzwang die volle Kraft und 
Bewegungsfreiheit des ganzen Armes von der Schulter herab 
und erzielen dadurch Wirkungen, die zu erreichen die tradi¬ 
tionellen Methoden sich unfähig erklären müssen, weil sie sich 
ausnahmslos bei der Erzeugung des Klanges mehr oder weniger 
streng auf die Fingertechnik, auf den Anschlag mit Hilfe der 
schwachen Einzelfingerbewegungen beschränken und die Glieder 
des Armes — je weiter nach der Schulter zu um so mehr — fest¬ 
zustellen suchen. Es ist selbstredend und bedarf gar keiner wei¬ 
teren Begründung, daß die Frage, wer recht habe, der Künstler 
oder die Schultradition, durchaus zuungunsten der letzteren 
zu beantworten ist. Die Künstler sind fortgeschritten, die 
Schulen auf dem alten Punkt stehen geblieben. 
In der Klavierästhetik von Kullak heißt es: „Manche 
Virtuosen spielen frei mit dem Arm ; das darf aber beileibe nicht 
von den Schülern nachgeahmt werden.“ [Ich erinnere ferner an 
die Klavierstunden in unserer Jugendzeit, in denen Arme und 
Steinhausen, Klaviertechnik. [ 
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