Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die physiologischen Fehler und die Umgestaltung der Klaviertechnik
Person:
Steinhausen, F. A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38311/193/
ACHTER ABSCHNITT. 
für mf = 400 g = 0,055 kgm Energie der Gegenhemmung 
„ f = 500 g = 0,050 „ 
., mff = 1000 g = 0,025 » » >. »> 
1500 g = 0,000 „ „ „ „ 
„ ff = 2000 g = 0,025 „ „ „ Verstärkung 
„ fff = 3000 g = 0,075 „ 
„ fff = 4000 g = 0,125 „ „ „ „ 
Mit dem Anwachsen der Tonstärke vermindert sich also die 
Energie der Gegenhemmung bis zu 1500 g Tonstärke, die durch 
die 1500 g Armgewicht ohne Hemmung oder Beförderung durch 
Muskelarbeit erzeugt werden kann. Dann erst setzt die Energie 
der Verstärkung ein, da das Armgewicht für große Tonstärken 
nicht ausreicht. 
Diese rein physikalischen Ergebnisse der Wechselarbeit wer¬ 
den jedoch durch die physiologischen Eigenschaften des Spiel¬ 
körpers verschoben. So sucht man z. B. 
1. bei leisen Tongestaltungen durch seitlich gekrümmte Arm¬ 
haltung und hochstehenden Oberarm das Gewicht vor dem An¬ 
schlag noch mehr zu reduzieren nach den Gesetzen der Hebel¬ 
wirkung, so daß die Gegenhemmung vermindert und damit ein 
größerer dynamischer Spielraum gewonnen wird. 
2. Ein Anschlag kann niemals ohne momentane Kontrak¬ 
tion der Beuge- oder Streckmuskeln der Finger stattfinden. 
Darum muß die daraus resultierende Energie hinzugezählt 
werden. 
3. Der gleiche Endeffekt einer Spielbelastung kann verschie¬ 
denfach zusammengesetzt werden und zwar infolge verschieden 
langen Weges und verschiedener Beschleunigung. 
Um z. B. einen mf-Ton (400 g) zu erzeugen, muß ich bei 
5 cm Weg eine Energie von 0,055 kgm Gegenhemmung anwen¬ 
den, bei 40 cm Schwunghöhe dagegen 0,385 kgm Gegenhem¬ 
mung1. Tritt nun eine Beschleunigung des Schwunges hinzu, 
1 In Voraussetzung der vorhergehend angenommenen Zahlen. 
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