Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die physiologischen Fehler und die Umgestaltung der Klaviertechnik
Person:
Steinhausen, F. A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38311/123/
FÜNFTER ABSCHNITT. 
Abbildungen sind ein Beispiel versteifter und unnatürlicher 
Haltungen und Zustandsbilder, die zu beseitigen neuere bessere 
Methoden schon angefangen haben. Arm und Unterarm wird 
nicht unterschieden, daher manche Unklarheit. Paragraph 4 
läßt eine einzige Achse für die Armbewegungen zu. Das Abheben 
der Hand an den Fingerspitzen wird für falsch erklärt, ist aber 
notwendige Folge des Ruhe- und Auslösungszustandes. Es ist 
interessant, daß Söchting diesen Ruhezustand kennt und zu 
beschreiben versucht; ihn aber zur wirklichen Grundlage der 
Technik zu machen, davon ist er noch weit entfernt. Und wann 
soll denn dieser notwendige Ruhezustand der Arm- und Finger¬ 
muskeln bestehen? Doch wohl beim Klavierspiel. Aber wie ist 
damit vereinbar das Halten der Hände stets in der „Achsrich- 
tung“, die stets gekrümmte Stellung der Finger, so daß das erste 
Fingerglied die Verlängerung der Handriickenebene bildet, das 
langsame Heben und Fallenlassen der Finger im Knöchelgelenk? 
Und wie ist mit solchem Anschlag ein „Wurf" und „Fall“ ver¬ 
einbar? Söchting sieht außer dem Gewicht des Armes und der 
Hand auch in dem Gewicht des einzelnen Fingers wie Deppe 
einen tonbildenden Faktor; eine leichte Senkung des Fingers 
nach vorbereitendem Heben genüge, um die Taste zum Fall zu 
bringen, von einem „Anschlägen“ der Tasten sei dabei keine 
Rede. An sich richtig zieht Germer1 die Konsequenz aus dem 
Anschlag mittels der Handmasse, daß die Finger unbewegliche, 
straffe Haltung annehmen müssen. Aber der Hand wird die 
starre Form schon gegeben im Vorbereitungsmoment; da das 
nur durch Muskeldaueraktion möglich ist, wird die Wirkung der 
Schwere der Hand illusorisch. Der Versuch einer Schwerpunkt¬ 
bestimmung (S. 21) mutet eigenartig an. 
Über die Größe und Bedeutung des freien Falles und den 
korrekten Begriff des Falles ist man sich nie recht klar geworden. 
Was hat Deppe, der Lehrer des freien Falles, subjektiv nicht 
1 A. a. O. S. 19. 
jt 116 jt
        

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