Bauhaus-Universität Weimar

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niehtgesiebten Arbeiterinnen und Fortbildungssohülerinnen ; auch inner¬ 
halb der Gruppen Ordnung nach allgemeiner Leistung in Schulender 
Beruf. Man sieht, daß im großen und ganzen auch die Leistung im 
Wabenmuster von links nach rechts abnimmt. Das Ergebnis legt in der 
Tat den Gedanken an eine Verwandtschaft oder einen gemeinsamen Kern 
der Leistungen nahe. Ks konnte sein, dal.! in den mannigfaltigen sogenann¬ 
ten Intelligenzleistungen eine Funktion der Analyse enthalten ist und daß 
diese Analysefunktion des ..Denkens" mit der optisch-raum liehen Analyse 
stark korreliere oder sogar dieselbe sei. Faßt man Analyse als wesentlich 
für Intelligenz überhaupt und bezeichnet man sie daher als Intelligenz¬ 
funktion, so könnte man umgekehrt sagen, daß die Musteraufgaben 
auf Intelligenz beruhen. 
»Solche weitgehende Schlüsse ist man leicht geneigt zu ziehen, wenn 
man in der Art der populären oder der instinktiv verstehenden Psycho¬ 
logie urteilt. Die wissenschaftliche Psychologie muß. so sehr sie auch 
solche weite Ausblicke als Anregung für weitere Untersuchungen be¬ 
nötigt. kritischer verfahren, die in den Schlüssen stillschweigend ge¬ 
machten Annahmen und Folgerungen sorgfältig, bewußt heraus¬ 
arbeiten und, so gut es geht, untersuchen, ob sie auch wirklich zutreffen. 
Unsere Tabelle gibt in dieser Hinsicht einen wichtigen Hinweis. 
Wäre die Wabenmusteraufgabe wirklich eine Leistung, die auf derselben 
Intelligenz beruht, wie sie in der .Stufenreibe vom Akademiker bis zum 
Hilfsschüler zum Ausdruck kommt, so müßte die Korrelation eine 
vollständige sein. Oder wo Ausnahmen sind, müßten besondere Gründe 
vorliegen. Die Tabelle zeigt in derTat deutliche, auffallende Ausnahmen. 
1 Akademiker zeigt eine minderwertige Leistung, 2 Hilfsschüler liefern 
richtige, wenn auch nicht regelmäßige Strukturzeichnungen. Besondere 
störende Ursachen sind nicht vorhanden. Der Akademiker hatte sich 
große Mühe gegeben und hatte sich mit großem Interesse an den l billigen 
beteiligt, wie die Teilnahme an den Diskussionen, an Auswertungen und 
ein längeres, sehr klar und lebendig vorgebrachtes Referat zeigte. Daß 
die 2 Hilfsschüler geistig ausgesprochen unter der Norm standen, bezeugt 
ihre Anwesenheit in der Hilfsschule. Wir haben also sicher kein Recht 
zur Behauptung, daß die Wabenmusteraufgabe auf Intelligenz beruh' 
«nier daß eine allgemeine Analysefunktion den Ausschlag gebe. \ ielniehr 
scheint die opt inch -räumliche Analyse eine Spezialjnnktion zu sein, dii 
mit Analyse auf anderen Gebieten zwar meist, aber nicht notwendig 
zusammenhängt. 
Kt. Es ist auffallend, daß die Volkssehiiler von 12—14 .fahren die 
Muster wesentlich schlechter lösten als die Lehrlingsanwärter, und die 
gesiebten Lehrlinge schlechter als die Akademiker. Das mag zum d'1 
an der Auswahl der Personen liegen. Die Lehrlingsanwärter wurden, ehe 
sie zur Eignungsprüfung kamen, nach den Schulzeugnissen gesiebt-
        

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