Bauhaus-Universität Weimar

Ülior optische Analyse. 
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Es ist daher geboten, die Analyse auf verschiedenen Sinnen vorläufig 
getrennt zu behandeln. 
Man könnte innerhalb der optischen Gebiete Raum- und Farben¬ 
analyse trennen. Von dieser Trennung gilt dasselbe wie von der Trennung 
verschiedener Sinne. 
Es sei noch ausdrücklich bemerkt, wie der Ausdruck ,,Analogie1' 
hier zu verstehen ist. Wenn zwischen optischer und akustischer Ana¬ 
lyse Analogie besteht, so soll das bedeuten, daß in strengem Sinne die¬ 
selbe Analysefunktion auf beiden Gebieten vorhanden ist. daß also die¬ 
selben Gesetzmäßigkeiten für beide Analysen gelten. 1 »ein widerspricht es 
nicht, daß die Funktion auf einem Sinnesgebiete stärker entwickelt sein 
kann als in einem anderen. Ähnlich nehmen wir z. B. die \ orstcllungs- oder 
die Gedächtnisfunktion in verschiedenen Sinnen als verschieden stark an, 
obwohl wir sie als ihrer Art nach überall identische Punktion ansehen. 
!». Wenn man von Beziehungen und Ganzen schlechthin spricht, 
so faßt man die Begriffe noch viel allgemeiner, als sie bisher gefaßt 
wurden. Sie umfassen nicht nur die Sinne, sondern auch das Denken. 
Gibt es Analogien zur Analyse auf diesem Gebiet, oder haben wir gar 
eine allgemeine, Sinne und Denken umspannende Fähigkeit der Analyse 
anzunehmen ? 
Ob eine Analogie besteht — so wie man z. B. von einer analogen 
Funktion des Gedächtnisses für die einzelnen Sinne und für das Denken 
spricht, obwohl die Funktion für einen Sinn in viel besserem Grade vor¬ 
handen sein kann als für einen andern —, läßt sieh nicht sagen, da der 
Mechanismus des Denkens noch zu wenig aufgeklärt ist. Oberflächlich 
betrachtet, scheinen Analogien zu bestehen. In den typischen Intclhgcnz- 
proben, z. B. der Lückenprobe, der Riesprobe. .1er Analog.cprobe, der 
3-Wort-Probe usw., handelt es sieh stetsdarum. gedankliche Beziehungen, 
Zusammenhänge zu erfassen. Ebenso könnte man die log,sehen Opera- 
tionen des Folgems.Schlicßcnsallgcmein als Herauslösen von Beziehungen 
auffassen Allein alle derartige Abstraktionen dürfen nicht schon als 
Tatsachen, sondern nur als Anregungen genommen werden, die erst 
Untersuchung unterzogen werden mtisscn. 
einer genaueren - 
Untersuchung liefert einiges Material hierzu. 
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in Bild r, zeigte, daß die Leistung . . , „ 
unserer Theorie sagen würden, die opt iseli-raum liehe Analyse \ o„ einheit¬ 
lichen Ganzen, mit allgemeiner geis. iger Leistungsfähigkeit ziemlich we, 
Handln Hand geht. Ordnet man die ( .nippen der I ers.uic, nach der 
zeigt bereits angenähert diese Ordnung: links die Aka«le.,.,ker. rechts 
die Hilfeschüler, in der Mitte erst die nach N hulzeugmssen und Pagnungs- 
prüfung stark gesiebten Lehrlinge und I^hrl.ngsanwarter, dann die
        

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