Bauhaus-Universität Weimar

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Hans Rupp: 
Übungen mit einfachen Mustern bei Wiederholung sehr bald langweilten, 
war bei diesem und anderen schwierigeren Mustern von Langeweile 
keine Rede. Wohl wollten manche, denen das Wabenmuster schwer 
fiel, an die Aufgabe nicht recht heran. Das geschah aber nicht aus 
Interesselosigkeit oder Gleichgültigkeit der Aufgabe gegenüber; sie 
hätten die Aufgabe nur zu gerne gekonnt. Sondern sie fühlten sich 
unsicher und unbehaglich und wehrten sich gegen die Aufgabe. Wir 
sprachen Mut zu und suchten durch ständig erneute Erklärung den 
einzelnen über die schwierigen Punkte hinwegzuhelfen. 
Die Versuche mit dem Wabenmuster wurden an verschiedenartigen 
Gruppen von Personen durchgeführt: von Akademikern bis hinab zu 
Hilfsschiilem. Vor allem wurden Knaben und Mädchen um das Alter 
von 14 Jahren herum (12—16) geprüft, da dieses Alter für den prak¬ 
tischen Zweck in Frage kam. Mit jüngeren Altersstufen wurden vor¬ 
läufig nur Stichproben gemacht; ausführliche Untersuchungen sind 
im Gang. 
2. Es seien nun von den Akademikern absteigend die Ergebnisse der 
einzelnem Gruppen mitgeteilt. 
Die Gruppe der Akademiker bestand aus 22 Teilnehmern, vor¬ 
wiegend Herren. Die Versuche wurden als Massenversuche in psycho¬ 
logisch-pädagogischen Übungen angestellt. Mit 3 Akademikern, die 
nicht an den t bungen teilnahmen, wurden Einzelversuche vorgenommen. 
Neben der Wabenmusteraufgabe wurden noch vielerlei andere Aufgaben 
gestellt, u. a. die, in gegebener Zeit die Worte „pädagogische Psychologie 
und experimentelle Pädagogik“ in Blockschrift möglichst regelmäßig 
zu schreiben. 
Zwei Drittel der Lösungen müssen als fehlerlos und regelmäßig be¬ 
zeichnet werden (Note 1). Bei den übrigen treten zunächst Unregel¬ 
mäßigkeiten auf. Die Sechsecke werden länglich, zu hoch, statt rund¬ 
lich gezeichnet, oder werden allmählich größer oder kleiner, oder die 
ganze Reihe steigt etwas an oder sinkt (Note 2). Davon läßt sich eine 
weitere Gruppe mit größeren L’nregelmäßigkeiten trennen. Die Sechs¬ 
eckesind in regellosem \Y echsel bald dicker, bald schmaler, die Richtungen 
der schrägen Kanten wechseln fast von Sechseck zu Sechseck, auch 
innerhalb des einzelnen Sechsecks sind die schrägen Kanten, namentlich 
die unteren, häufig ungleich und entsprechen einander nicht in der 
Neigung (Note 3). Von dieser Art war unter den Akademikern nur 1 Ddl. 
Ganz anders liegt die Sache in einer 4. Gruppe, die ebenfalls nur 
durch 1 Beispiel vertreten war; man vgl. Bild 21). Hier tritt zuerst ein Fall 
entgegen, wo die Struktur des Musters falsch wiedergegeben ist. P'e 
') Durch außerordentliches Entgegenkommen des Verlages Julius Springer 
war es möglich, die Zeichnungen ganz naturgetreu wiederzugeben. Es sei wir 
gestattet, dem Verlag hierfür auch öffentlich besonderen Dank auszusprechen.
        

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