Bauhaus-Universität Weimar

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I )tto Abraham : 
Töne mit ihrer Häufigkeit in Einklang stände, dann wären die wich¬ 
tigsten Töne dieser Melodie das d und e der zweiten und dritten Stufe. 
Hängt aber die Bedeutung des Tons damit zusammen, wie oft er zacken- 
artig, d. h. als Zielpunkt, erreicht ist, dann ergeben sich 100% Zacken¬ 
fälle sowohl für den Grundton c wie für die hohe Oktave c, ihnen folgt 
die fünfte Stufe g mit 50%, dann das e (dritte) mit 44%, das a (sechste) 
mit 40%, das f mit 33%; das d der zweiten Stufe wird nur von der 
Höhe aus 7mal zackenartig erreicht, das sind etwa 41%, von der Tiefe 
aus dagegen keinmal, also 0%. Ln allen anderen Fällen ist es nur Durch¬ 
gangston zu anderen Zacken oder Zieltönen. Die Maxima der zacken¬ 
artig erreichten Fälle betreffen, wie wir sehen, wohlbekannte konsonante 
Intervalle, Oktave, Quinte, große Terz, Sexte, Quarte. 
Alle zackenartig erreichten Höhen sind Zielpunkte der Bewegung. 
Wenn irgendein Bewegungsziel oft aufgesucht wird und von ihm aus 
wieder der Rückweg angetreten wird, dann muß entweder dieses Ziel 
irgendwelche Eigenschaften haben, die unabhängig von der Lust an der 
bloßen Bewegung sind, oder der ganze Weg muß etwas Besonderes an sich 
haben. Man kann bis zu einem bestimmten Platz gehen oder man geht 
durch einen Wald bis zu seinem Ende; im ersten Fall Lst der Platz als 
Zielpunkt, im zweiten der Weg mit seinen waldigen Eigenschaften aus¬ 
gezeichnet. Ebenso müssen entweder unsere zackenartig erreichten, d. h. 
erstrebten, Zieltöne oder die Intervallstrecken selbst irgendwelche Qualitäten 
haben, die unabhängig von der Lust an der bloßen Melodiebewegung, ja unab- 
hängig von der Bewegung selbst sind. 
Wir sehen an unserer Kurve ferner Ähnlichkeiten zwischen ganzen 
Gruppen von Intervallen, auch abgesehen von den Wiederholungen 
ganzer Teile; wir finden ferner „Rahmenintervalle“, die mehrere in der 
g eichen Richtung hegende „Teilungsintervalle“ in sich bergen (20 + 21 ; 
-5 + 26; 37 4- 38; 42 + 43; 53 + 54), schließlich Schleifen oder Schnörkel- 
intervalle, die, ohne die Melodiebewegung des Ganzen irgendwie zu 
stören, als eine Art Verzierung angebracht sind (Intervall 7, 15, 48) 
Da derselbe Tonschritt einmal ein Rahmen-, ein andermal ein Teilungs- 
mtervaU oder ein Schnörkelintervall sein kann, Lst zu folgern, «laß seme 
Bedeutung, je nach semer Stellung in der Melodie, sehr verschieden ist. 
“h*mt daher Wlcht«> zu ermitteln, ob die Bedeutung Beziehungen 
zur Intonation hat, ob man aus der Intonation auf die Bedeutung oder 
d,e Stellung in der Melodie schließen kann oder umgekehrt 
Da wir vorhin von den Primen sprachen, wollen wir uns jetzt zu 
dtZ’ A 611 SprUngirUervaUen> —den. Das schon erwähnte 
mit ihrer 'vr ßT A^P?ng' vor dcn Absprungintervallen hängt wohl 
größeren Eindringlichkeit und der Art und Stärke ihrer Gefühls 
^tonung zusammen, und diese wieder Lst vielleicht mit der g^ren 
kmpfmdiuigginteQBität höher» Töne (bei gieieher Reizinten^»™
        

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