Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Versuch einer Analyse fehlerhaft gebildeter Gesangstöne
Person:
Sokolowsky, R.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38287/2/
fehlerhaft gebildeter Gesangstöne. 
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die sich einer auch nur annähernden Lösung der Frage 
entgegenstellen, liegen ja von vornherein klar auf der Hand. Zu¬ 
nächst muß die ganze Fragestellung insofern eingeschränkt werden, 
als ja eine sehr große Gruppe der fehlerhaft gebildeten Gesangs¬ 
töne — so z. B. diejenigen, welche durch eine falsche Atemführung 
bedingt werden — aus leicht erklärlichen Gründen a priori aus- 
scheiden müssen; es können ja nur diejenigen Fehler der Ton¬ 
bildung in Betracht gezogen werden, die durch fehlerhafte Stellungen 
im Ansatzrohr hervorgerufen werden. 
Aber auch hier beginnen sogleich die Schwierigkeiten, da ja 
gerade in der Stimmpädagogik — der uneinheitlichsten aller 
Disziplinen — eine absolut feststehende und allgemein anerkannte 
Terminologie vorläufig noch fehlt. Die Untersuchungen können 
sich daher nur auf die häufigsten und geläufigsten Tonbildungs¬ 
fehler erstrecken, auf diejenigen, von denen angenommen werden 
konnte, daß sie — bei allen sonst von den einzelnen gemachten 
Differenzierungen -—- auch allgemein als solche gelten. 
Aber selbst in dieser Einschränkung ist noch manches zu 
berücksichtigen: so mußten bei den Untersuchungen die einzelnen 
Töne mit Absicht sehr exzessiv fehlerhaft gebildet werden, 
um bei der Analyse der gewonnenen Kurven eine möglichst prä¬ 
gnante Antwort zu erhalten. 
Des weiteren ist noch zu berücksichtigen, daß die Wahl des 
Stimmregisters, die Verschiedenheit der Intensität 
des gesungenen Tones, die Wahl des zu singenden Vokals, ja 
vielleicht auch die Tonhöhe nicht ohne Einfluß auf das 
Resultat sein wird. 
Diese Zusammenstellung der Schwierigkeiten sowie der ver¬ 
schiedenen Gesichtspunkte, von denen aus die Frage beleuchtet 
werden muß, um eine vollständige und befriedigende Antwort zu 
erlangen, zeigt, auch zugleich, in welchen Richtungen etwa sieh 
die weiteren Untersuchungen in dieser Frage zu bewegen hatten. 
Bis zu einem gewissen Grade sind die Untersuchungen von 
Katzenstein') über die Art. wie die verschiedenen Hohlräume des 
Ansatzrohrs bei dem Aufbau der Vokalklänge beteiligt, sind, als 
Vorläufer der unsrigen zu betrachten. So hat Katzenstein unter 
anderem Vokale analysiert, die bei hängendem Zäpfchen gesungen 
wurden (nasal); also dasselbe, was in No. 4 unserer Versuchsreihe 
i) Katzenstein, Über Probleme und Fortschritte in der Erkenntrus 
der menschlichen Lautgebung etc. Passow-Schaefer, Beitrage. Bd. I . 
Archiv für experimentelle und klinische Phonetik. Bd. I. H. 4. 23
        

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