Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Systematik der Sprachlaute als Grundlage eines Weltalphabets
Person:
Forchhammer, Jörgen
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38286/25/
als Grundlage eines Weltalpliabets. 
305 
Erst als letzte Unterabteilung der Konsonanten können wir 
jetzt die öfters besprochenen Aggregatzustände verwenden. Jeder 
Konsonant hat demnach drei Formen: 
1. eine stimmlose, 
2. eine stimm- und geräuschhafte und 
3. eine geräuschlose. 
Wie diese dreifache Ureiteilung in die Konsonanten Ordnung 
bringt, ergibt sich aus der nachstehenden tabellarischen 
Aufstellung. 
Verschlu߬ 
laute 
Engelaute 
Explosions¬ 
laute 
Reibelaute 
Trillerlaute 
Lip. 
v.-z. 
H.-Z. 
Lippen 
1 
Vorder-Zunge 
Zahnlaute 
H.-Z. 
Lip. 
v.-z. 
H.-Z 
Stimmlose ...... 
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benutzt, entweder allein oder in Verbindung mit den Artikulationsorganen 
im Untermund. 
Diese Einteilungsart muß als gänzlich verfehlt bezeichnet werden, 
denn wir erhalten hierdurch eine Unmenge von Lautgruppen: bilabiales, 
labiodentales, interdentales, dentales, alveolares, cerebrales!!!, palatales 
usw., ja man findet sogar Bezeichnungen wie labiovelares ! Ich möchte wirk¬ 
lich den sehen, der auf dieser Grundlage ein System aufbauen könnte, denn 
erstens ist diese Einteilungsweise viel zu kompliziert, und zweitens genügt 
sie nicht einmal, da wir, um konsequent zu sein, auch noch Benennungen 
wie lingualabiales, linguainterdentales usw. einführen müßten. 
Es ist einleuchtend — und unsere Buchstabenlautgruppen beweisen 
es außerdem —, daß die beweglichen Organe im Unterrminde eine viel 
größere Rolle bei der Einteilung der Laute spielen müssen als das mehr oder 
weniger zufällig eingeteilte feste Munddach. Ein t kann z. B. labial, inter¬ 
dental, dental, alveolar, cerebral, palatal, ja sogar velar gebildet werden. 
Es entstehen hierdurch recht verschiedene Laute, aber uns Europäern 
jedenfalls fällt es nicht schwer, sie alle als t-Laute aufzufassen. Auch wenn 
wir t weit hinten, k weit vorne bilden, so daß die beiden Laute dieselbe Arti¬ 
kulationsstelle haben, wird es uns nie einfallen, diese beiden Laute in 
eine Gruppe zu vereinigen, sondern wir fassen den Vorderzungenlaut als t, 
den Hinterzungenlaut als k auf, usw. 
Bei der Einteilung der Konsonanten müssen wir deshalb die Arti¬ 
kulationsstellen zuerst gänzlich außer acht lassen, da sie hier nur Verwirrung 
anstiften. Wie sie praktisch in das System einzuführen sind, werde ich am 
Schluß der Abhandlung (27) zeigen.
        

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