Bauhaus-Universität Weimar

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Malisch, Die phonetische Grundlage etc. 
krampfartig hervorgestoßen werden, in schwereren jedoch die 
Sprache sogar unmöglich wird; erinnern wir uns weiter, daß auch 
hei erhöhtem Muskeltonus, z. B. hei Paralysis agitans, die Stimme 
und die Sprache leidet. Deswegen kann auch der Krampf bei 
Atropinvergiftung bei gleichzeitiger bedeutender Trockenheit der 
Schleimhaut nicht ohne Einfluß auf die Phonation und Artikulation 
sein. (Schon beim Versuche war ersichtlich, mit welch einer Mühe 
das Tier phonierte.) Inwieweit aber von eine : Seite die Trockenheit 
der Schleimhaut, von anderen der Krampf der Glottisschließer zu 
dieser Störung beitragen, ist schwer zu entscheiden. Dennoch kann 
man aber auf Grund des Gesagten die Definition über die Stimm- 
resp. Artikulationsstörung bei Atropinvergiftung in der Rich¬ 
tung ergänzen, daß beide neben der Trocken¬ 
heit der Schleimhaut auch durch den Krampf 
der Glottisschließer, namentlich der Stimm¬ 
muskeln hervorgerufen werden. 
XU. 
Die phonetische Grundlage im synthetischen Leseunterrichte. 
Von 
K. MALISCH 
in Batlbor. 
Den Lesemethodikern war die Phonetik bis in die neueste Ze' 
nicht viel mehr als eine Lehre von den Spracblauten. ns 
Klängen der Sprache schälten sie mechanisch die hörbar besonders 
hervortretenden Teile heraus und stellten auf diese \ eise 
sogenannten Lautbestandteil der Sprache fest. Ihre weitere » u 
gäbe sahen sie darin, die Einzellaute nach ihrer akustisc len 
hin zu zergliedern und festzustellen, durch welche '»eg g 
bzw. Stellungen der Sprachorgane sie erzeugt werden n z - 
sammenhängenden Wortklängen unterschieden sie e ® 
unbetonte, wohl auch lange und kurze Laute oder i en, a er 
den Zusammenschluß der Laute zu Sprachk ängen, 
physiologischen Vorgänge beim eigentlichen sen zer 
sie sich die Köpfe nicht. Die Sache schien ihnen zu einfach.
        

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