Bauhaus-Universität Weimar

tiefere Stellung erhält, die übrigen Finger aber eine sanft ge¬ 
krümmte Haltung einnehmen. 
Das Untersetzen des Daumens gestaltet sich ebenfalls leicht 
und einfach, indem es immer ein wirkliches Untersetzen bleibt 
und nicht, wie bei der gewöhnlichen Klaviatur, ein Hinauf- und 
Nebensetzen zu werden braucht. Dadurch wird eine wesentliche 
Erleichterung im Skalen- und Passagenspiel gewonnen. 
Die Tasten der neuen Klaviatur liegen nicht vollkommen 
horizontal, sondern etwas gegen den Spieler hin geneigt; an 
Fig. 1 konnte dies nicht ganz deutlich gemacht werden; besser 
sieht man es an Fig. 2. Die Bedeutung dieser Einrichtung ist 
die, daß dadurch etwas an Kraft gespart wird, indem ja der 
Schlag des Armes niemals ein vollkommen vertikaler ist, sondern 
immer etwas auch vom Spieler weg gerichtet; da die Abwärts¬ 
bewegung der so schräg gestellten Tasten genau in der ange¬ 
deuteten Richtung erfolgt, wird auch die Kraft des Anschlages 
aus leicht begreiflichen physikalischen Gründen besser ausgenützt. 
Aber auch für das Fingerspiel hat die schiefe Stellung der 
Tasten eine vorteilhafte Bedeutung. Sie kommt nämlich der als 
vorteilhaft anerkannten Liszt'schen Handhaltung entgegen, 
denn, anstatt die Hand im Gelenke zu beugen, ist hier im Gegen¬ 
satz gleichsam die Klaviatur gebeugt, und man gewinnt dadurch 
die Vorteile der Liszt’schen Handhaltung, ohne die Hand im 
Gelenk beugen zu müssen. Dies wird anschaulich gemacht durch 
Fig. 3 und 4, von welchen die letztere diejenige Stellung der 
Taste angibt, welche bei dem Spiel auf der neuen Klaviatur in 
Anwendung gebracht ist.
        

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