Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Jankó-Clavier in seiner vollkommenen Ausführung (Boyes-Construction, in Aluminum gefertigt) und Die Frage seiner Existenzberechtigung. Durch Illustrationen erläuterte, nach Möglichkeit kurz gefasste und zugleich erschöpfende Behandlung dieses Gegenstandes
Person:
Boyes, Francis Bryan
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38214/44/
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Motto: Der Schein trügt! 
«Wohl noch bei keinem Gegenstände war dieser 
Ausspruch mehr gerechtfertigt wie bei der 
Jankö-Claviatur, welche so ungeheuer gegen die 
Macht der Gewohnheit verstösst, weshalb sich 
fast alle davor scheuen, weil sie beim ersten 
Anblick glauben, es müsse sehr schwer sein, auf 
6 Reihen Anschlagstellen zu spielen, während 
sich dies, sobald man sich daran gewöhnt hat, 
als leicht herausstellt!» 
Vortheile der Jankö-Claviatur!*) 
Natürliche, bequeme Handhaltung und leichte Technik. Mittlere 
Spieler auf der alten Tastatur können schwere Piècen auf der neuen 
spielen Der Daumen spielt tiefer als die übrigen Finger. Die 
Finger brauchen sich nicht in eine gerade Linie zusammenzuziehen 
und zwischen Obertasten einzukeilen. Grössere Spannungen. Kinder 
im zarten Alter spannen die Octave, eine kleine Damenhand spannt 
leicht die Decime, daher ein strengeres Legato möglich ist als auf 
der gewöhnlichen Claviatur. Die Möglichkeit, weitgriffige Accorde 
zugleich anzuschlagen, welche auf der gewöhnlichen Glaviatur un¬ 
spielbar sind. Erleichterung der Arpeggien und Sprünge. Gleichheit 
des Fingersatzes in allen Tonarten. Die Erleichterung für das 
Studium, alle Tonleitern, Accorde u. s w. nur in einer Tonart 
lernen zu müssen, daher grosse Zeitersparnis Reduction des 
Transponierens auf blosses Anfängen an einer anderen Stelle. Frei¬ 
heit des Fingersatzes durch die Möglichkeit, Tonfolgen mit beliebigem 
Eingersatze zu spielen. Ersparnis an Kraft wegen der mehr ge¬ 
schlossenen Handhaltung. Bei Anwendung guter Construction 
grosser Ton des Instrumentes, vorzügliche Präcision und Modulier- 
barkeit. Erhöhte Sicherheit im Anschläge. Regelmässiger Bau dei 
ganzen Tastatur, alle Anschlagstellen gleich gross, Leichtes und 
bequemes Ausweichen der beiden Hände, deren fünfte Finger mehr 
geschont werden können Specielle, auf der gewöhnlichen Claviatur 
unmögliche Effecte. 
*) Die Jankö-Claviatur hat nur ebensoviel Töne und ebensoviel Tasten als 
die gewöhnliche Glaviatur, aber jede Taste hat drei Anschlagstellen, wodurch 
scheinbar drei Reihenpaare entstehen, die einander völlig gleich sind, Der 
Unterschied von der ge\VÄlnlichen Glaviatur besteht darin, dass fis, gis, ais in 
die vordere Reihe und f, g, a, h in die hintere Reihe versetzt worden sind. 
Unterricht auf der Jankö-Claviatur wird ertheilt in der Musik¬ 
schule „Kaiser“ in Wien, I. Bezirk. 
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