Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Jankó-Clavier in seiner vollkommenen Ausführung (Boyes-Construction, in Aluminum gefertigt) und Die Frage seiner Existenzberechtigung. Durch Illustrationen erläuterte, nach Möglichkeit kurz gefasste und zugleich erschöpfende Behandlung dieses Gegenstandes
Person:
Boyes, Francis Bryan
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38214/15/
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erzeugen, und andererseits wirken die beiden Holzenden als Dämpfer 
und zwar vollkommen. 
In Betreff der Bäckchen ist zu erwähnen, dass nach längerer 
gründlicher Erfahrung die effective Länge derselben mit 26 Millimeter 
am besten gewählt ist Noch kürzere Bäckchen sind nicht rathsam, 
da man dadurch mehr schadet als nützt Alle sechs Reihen nehmen 
hintereinander eine Länge ein, welche auf die Horizontale projiciert, 
die durchschnittliche Länge des Elfenbeinbeleges der alten Tastatur 
nur um 1*5 Centimeter übertrifft. — Beim Orgelbau konnte man 
mehrere Jankö-Manuale übereinander mit Zwischenräumen derartig 
anordnen, dass das jeweilig untere Manuale nur um drei Reihen gegen 
das obere vorspringt, so dass man beim Spielen mit der Hand in 
den Zwischenraum hineingreift, denn da man die vorderen Reihen 
sieht, ist die Orientierung eine genügende. Die ansteigende Ebene 
der Treppenform der Janko-Claviatur selbst, kann beim Orgelbau 
unter diesen Umständen möglichst flach gelegt werden. 
Die aus Celluloid massiv gefertigten Bäckchen sind zwar die 
schönsten, aber unbedingt zu schwer, jedenfalls müssen sie von hinten 
ausgeholt werden, wozu jedoch nur die verbesserten amerikanischen 
geeignet sind, welche sehr theuer zu stehen kommen Wegen ihrer 
Schwere darf man sie nicht hoch genug machen und muss deshalb 
die Claviatur mit vorderen Schutzplatten bauen. Die fournierten 
weissen Bäckchen, welche man jetzt in vorzüglicher Form und hoch 
genug ohne Schwierigkeit herstellen kann, sind auch schön und 
federleicht. Die schwarzweissen Bäckchen konnte man jedoch bisher 
nur aus massivem Ebenholzstab und massivem Celluloid zusammen¬ 
gesetzt herstellen ; der Nutzen der Leichtigkeit der weissen wurde 
dadurch illusorisch. — Durch Aufleimen eines Plättchens schwazer 
Ebenholzfournier auf ein dazu vorgerichtetes fourniertes weisses Bäck¬ 
chen, gelang es nach meiner Angabe, völlig gut geeignete, ebenso 
leichte schwarzweisse Bäckchen herzustellen, bei denen der schwarze 
Streifen mit sorgfältig schräg abgeschliffenen Kanten, sich nur circa 
o’5 Millimeter erhaben über der weissen Celluloidfournier befindet, 
was sich vollkommen gut spielt und gar nicht geniert, weil man 
von allen Seiten mit dem Finger gleitend darüber hinwegfahren kann. 
Der Glissani wegen ist es gut, wenn die Ebenholzfournier vorher 
poliert wird. Beim Spielen von Noten helfen solche Bäckchen ein 
kleinwenig der Orientierung nach, ihr Aussehen ist ein gefälliges 
und für den Clavierfabrikanten ist besser damit zu arbeiten, weil sie 
aufgeleimt fester auf den schmalen Hölzern haften, billiger zu stehen 
kommen und die Schutzplatteln wegfallen. 
Bei neugebauten Janko-Clavieren ist die Form der Fronte der¬ 
selben eine durchaus gefällige und zweckmässige 
Dem Herrn Clavierfabrikanten Rudolf H Stel^hammer in Wien, 
VI., Mariahilf er Strasse gr, welcher auf das Bereitwilligste auf meine 
Angaben eingieng und dieselben mit Geschick vorzüglich ausführte, 
gebürt es, dass ich ihm bei dieser Gelegenheit meinen wärmsten Dank 
dafür erstatte.
        

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