Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Entwicklung der Mulita. La Embriologia de la Mulita (Tatusia hybrida Desm.)
Person:
Fernandez, Miguel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38206/43/
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ander ähnlicher sein sollen, als die rechts und links von der 
Medianen liegenden. Sie fanden weiter, daß die Amnionverbin¬ 
dungskanäle der vier Embryonen nicht einzeln in die gemein¬ 
same Amnionhöhle münden, sondern daß diejenigen eines Paares 
sich zu einem kurzen gemeinsamen Rohr vereinigen, das sich 
in die Höhle öffnet. Sie ziehen hieraus den richtigen Schluß, 
daß die Embryonen sich paarweise aus der gemeinsamen Amnion¬ 
höhle zurückziehen, und erst, nachdem sie eine Strecke weit 
von ihr entfernt sind, den innigen Zusammenhang aufgeben und 
getrennte Amnia erhalten, (pag. 398.) Dieses Verhalten führen 
sie als eine Hauptstütze ihrer Theorie an, nach der jeder der 
vier Embryonen von T. nove m c i n c t a aus einer der Blas- 
tomeren des Vierzellenstadiums, und die beiden Embryonen eines 
Paares aus derselben Blastomere des Zweizellenstadiums (!) her¬ 
vorgehen sollen. Mir scheint, daß diese Theorie so gewagt und 
schlecht gestützt ist, daß ich mit ihrer Widerlegung keine Zeit 
zu verlieren brauche. 
Dies ist jetzt um so weniger notwendig, als Patterson 
in der erwähnten vorläufigen Mitteilung (1912), die erst erschien, 
als die Niederschrift dieser Arbeit bereits vollendet war, die ganze 
Theorie zurücknimmt, und sich nun auch auf den Standpunkt 
stellt, daß die Embryonen sich erst auf einem späteren Stadium 
aus dem einheitlichen primitiven Keim herausbilden; er schließt 
sich also im Wesentlichen durchaus meiner bereits 1909 ge¬ 
äußerten Ansicht an, der er in seiner früheren Publikation aus¬ 
drücklich entgegentrat. Daß er dabei die Embryonen durch 
„precocious budding“ entstehen läßt, während ich damals den 
Proceß als eine langsame isochrone Teilung einer noch jungen 
Larve in mehrere Individuen beschrieb, ist der fundamentalen 
Tatsache gegenüber, daß die Einzelembryonen sich nicht bis 
auf Furchungsstadien zurückverfolgen lassen, sondern erst später 
entstehen, von sehr untergeordneter Bedeutung, ja im Wesent¬ 
lichen nur ein Unterschied in der Ausdrucks weise. Seit ich über 
Stadien zwischen den Keimblasen 43 und 46 verfüge, und diese 
genau durchgearbeitet habe, scheint mir der Ausdruck „Knospung“ 
und noch besser „Sprossung“ für den Vorgang, der sich bei der 
Herausbildung des Ectoderms der Einzelembryonen aus der pri¬ 
mitiven Blase abspielt, eher geeignet als „Teilung“. Und zwar 
würde die primäre junge Larve, aus der die Einzelindividuen 
entstehen (die gemeinsame Amnionhöhle), frühzeitig rückgebil¬ 
det. — Faßt man die „Verteilung“ oder „Zuteilung“ des 
Entoderms und des (extraembryonalen) Mesoderms zu dem bereits 
ausgestülpten Ectoderm der Einzelembryonen ins Auge (vergl. 
Rev. Museo La Plata — T. XXI. 
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