Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Entwicklung der Mulita. La Embriologia de la Mulita (Tatusia hybrida Desm.)
Person:
Fernandez, Miguel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38206/233/
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Cölomkanal durchbohrt wird. Der Kanal liegt, wie aus der 
Bildungsweise hervorgeht, in seinem vorderen Teile, und alles 
caudal von ihm liegende Material ist durchaus dem Bauchstiel der 
jüngeren Stadien homolog. Aus der Entstehungsweise geht also 
auch hervor, daß nur der Teil, der innerhalb der Amnionhöhle 
liegt, als Kabelstrang bezeichnet werden darf, der übrige frei 
das Exocöl durchziehende Teil dagegen nach wie vor als Bauch¬ 
stiel. Bei den Embryonen dieser Keimblase ist der eigentliche 
Kabelstrang noch sehr kurz, der Bauchstiel noch relativ lang. 
Je älter der Embryo wird, desto länger wird der innerhalb des 
Amnion liegende Teil, also der Kabelstrang, während der eigent¬ 
liche Bauchstiel an Größe zurückbleibt. — Der Darmnabel ist 
bereits vollkommen rückgebildet; selbst eine Verbindung der 
Darmsplanchnopleura mit derjenigen des Dottersacks existiert 
nicht mehr, und dementsprechend tritt in den Kabelstrang weder 
Entoderm noch Darmsplanchnopleura. Die Trennung zwischen 
Ventralwand des Embryo und Bauchstiel tritt 4,2 mm vom Vor¬ 
derende ein. Über die Vereinigung des Bauchstiels mit dem 
Träger und die Ausbildung des letzteren kann ich nichts angeben, 
da er nicht mitgeschnitten wurde. 
Centralnervensystem. Die Hirnentwicklung ist etwas weiter 
vorgeschritten als in Gr ö n berg’s (1902) Stadium A. Wie die Re¬ 
construction des Mittelschnitts (Textfig. 86) zeigt, ist die Kacken¬ 
beuge aufgetreten. Ferner sieht man die schon auf vorigem 
Stadium vorhandene seichte Fossa rhombomesencephalica, von 
der eine Ringfurche zur Sattelspalte verläuft. Die Sattelspalte 
ist seicht und breit; sie zeigt zwei Vertiefungen, die wohl den 
Fossae praepontina und postmammillaris entsprechen, jedoch 
nicht so tief und scharf eingeschnitten erscheinen als auf Grön- 
b erg’s Stadium A. 
An dem primären Vorderhirnbläschen ist die erste Andeutung 
einer Gliederung in Telencephalon und Diencephalon in Gestalt 
einer Eossa prädiencephalica aufgetreten. Dorsal ist sie ziemlich 
tief eingeschnitten; wie weit sie seitlich vorhanden, läßt sich 
aus der Querschnittserie nicht feststellen; als eine ventrale Vor¬ 
der-Zwischenhirngrenze fasse ich die seichte Mulde auf, die 
die Basilarleiste gegen den verdickten Wandteil des Vorderhirn¬ 
bläschens abgrenzt, den ich als Torus transversus bezeichne. Aus 
dem Reconstructionsbilde (Textfig. 86), an dem jeder Schnitt 
nach Messung mit dem Ocularmicrometer eingetragen wurde, 
geht deutlich hervor, daß die so bezeichnete Wandpartie im 
Vergleich zu den angrenzenden Teilen eine Verdickung zeigt. 
Bei Besprechung des folgenden Stadiums komme ich auf die 
weitere Entwicklung dieses Abschnitts zurück.
        

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