Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur mikroskopischen Anatomie des Blutgefässsystems der Tunikaten. Nebst Bemerkungen zur Phylogenese des Blutgefässsystems im Allgemeinen. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde, Universität Zürich
Person:
Fernandez, Miguel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38205/86/
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Abkunft des Endothels der Vertebraten, wie ich Felix (1897) 
und (). Hertwig entnehme, durchaus strittig. — Es will mir nun, 
solange die Entwickelungsgeschichte mit sich selbst nicht ins Reine 
gekommen ist, sicherer erscheinen, die uns hier interessierenden 
Fragen ausschließlich auf Grund vergleichend-anatomischer Er¬ 
gebnisse, die an sich viel weniger unklar sind, zu erörtern. 
Nach diesen Ausführungen, scheint mir immer noch die An¬ 
nahme die beste, daß Myocard plus Ektokard der Vertebraten 
der eingestülpten Perikardwand („eigentlicher Herzwand“) der 
Tunikaten entsprechen, eine Annahme, die, wie oben erwähnt, auch 
von Lang vertreten wird. 
Es bleibt demnach die Frage, ob man das Endokard der Ver¬ 
tebraten (inkl. dessen Endothel) der inneren Bindegewebsschicht 
der Tunikaten vergleichen darf, d. h. aber zugleich, ob man an¬ 
nehmen darf, daß dieses Endokard ebenfalls noch ein üeberrest 
des primären Gefäßsystems sei, und ob nicht etwa die Gefäße der 
Vertebraten, trotz ihrer komplizierten Struktur, noch diesem pri¬ 
mären Gefäßsystem angehören dürften. 
Das Endokard der Vertebraten besteht aus einem Bindegewebe 
und einem darüber lumenwärts vorhandenen Endothel. Nun sagt 
0. Hertwig über das embryonale Herz der Vertebraten im all¬ 
gemeinen (p. 575), es „setzt sich aus zwei ineinander gesteckten 
Rohren zusammen, welche durch einen größeren, wohl mit galler¬ 
tiger Grundsubstanz gefüllten Zwischenraum getrennt sind“. Be¬ 
sonders auf die Aehnlichkeit dieses Zustandes mit dem Salpen- 
erzen möchte ich hinweisen, auch hier liegt zwischen der inneren 
zellenführenden Membran und der Muskelschicht ein gallertiges 
Gewebe, in welchem nur ganz außerordentlich selten eine Zelle 
nachgewiesen werden kann. — Darauf, daß bei S. bicaudata sich 
se r sc on verfolgen läßt, wie die zellenführende Membran stellen- 
weise eine durchaus epitheliale Anordnung ihrer Zellen aufweist, 
,Wle sie an anderen Stellen in eine zellenlose Verdichtungs- 
membra,, ubergeht, wurde bereits hingewiesen. Jedenfalls ist der 
en ’’e,lgentlichen Endothel“ zum sogenannten Pseudo¬ 
endothel (für Blutgefäßendothelienl), wie es die innerste Schicht 
tse;“" ln,degeWDebSlage“ darSte]lt’ viri Meiner als der von 
tere n, r ^ T“ Bindegewebsmembran, und doch ist der letz- 
V 11 1111 ,e iedes größeren Salpenherzens, und nicht nur 
len öe i i naChweisbar- Ebenso findet er sich voll¬ 
faß derT Hü (ier ^eBen *n der Wandung führenden Ge¬ 
fäße der Ascidien (besonders bei der Asc. famigata) in die zellen-
        

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