Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur mikroskopischen Anatomie des Blutgefässsystems der Tunikaten. Nebst Bemerkungen zur Phylogenese des Blutgefässsystems im Allgemeinen. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde, Universität Zürich
Person:
Fernandez, Miguel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38205/78/
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ihr auch innerhalb der cölomatischen Wandung stets noch eine 
Schicht Vorkommen soll, welcher eine selbständige Bedeutung zu¬ 
gesprochen wird. 
Ich möchte hier noch speziell Van Beneden und Julins An¬ 
schauungen betreffs der Verhältnisse bei Vertebraten und Tunikaten 
im besonderen anführen. Sie glauben das Vertebratenendothel nicht 
im Herzen der Tunikaten vertreten und halten die Perikardblase 
nicht dem Perikard der Vertebraten für homolog. Sie sagen weiter: 
„Chez les Vertébrés le vaisseau cardiaque présente, comme tous 
les autres vaisseaux une paroi endothéliale; chez les Clavelines le 
vaisseau cardiaque présente les mêmes caractères que tous les 
autres vaisseaux du corps; il est dépourvu d’endothélium vas¬ 
culaire“ (p. 300). Da sie aber noch ganz besonders hervorheben 
(p. 321) : ,,I1 n’existe aucun trace d’endocarde (endothélium) chez 
les espèces étudiées par nous“ und von ihrer „membrane anhiste“ 
auch nirgends bemerken, daß dieselbe etwas mit dem Biudegewebe 
zu tun haben könnte, so bleibt fraglich, ob die Autoren sich in 
der lat vorstellten, daß zwischen Perikard und Blutstrom sich 
noch eine Schicht einschöbe, welche der Begrenzung der Gefäße 
gleichwertig wäre. Im übrigen sind sie durchaus davon überzeugt, 
daß die Endothelzellen der Vertebraten Mesenchymzellen sind, 
welche sich sekundär auf das Lumen zurückgezogen haben. 
Vorläufig will ich die oben für die Tunikaten dargelegte An¬ 
sicht nur für die Enteropneusten und Vertebraten, ferner für die 
Anneliden, bei welchen anscheinend für dieselbe die größten 
Schwierigkeiten bestehen, und für die noch keine eigentlichen 
Cölouisäcke aufweisenden Nemertinen etwas näher beleuchten. 
Neniertinen : Die inneren Schichten der Gefäße der Nemer¬ 
tinen bestehen nach Bürger (1895) aus einem „inneren Epithel“, 
welchem nach außen eine gallertige Membran aufsitzt, welche 
Bürger als „Grundschicht des Epithels“ bezeichnet. Von den 
Zellen des Epithels giebt Bürger bei Carinella folgende Beschrei- 
ljunl3- «Ein Plasmahof tritt um die Kerne, welche sehr stark tin- 
guieibai sind und sich kaum von jenen des Leibesparenchyms unter¬ 
scheiden, wenig hervor.“ - Bei Carinella folgt nach Bürger auf 
die „Grundschicht“ ein dünner Mantel feinster Ringmuskelfibrillen. 
lür Cerebratulus marginatus macht derselbe Autor für die 
beiden inneren Schichten ganz ähnliche Angaben. Die äußeren 
Schichten wechseln, je uachdem die Geläße im Parenchym oder in 
die Muskulatur eingebettet sind. Im wesentlichen gilt für erstere, 
daß eine leine Ringmuskelschicht sie umgibt, welcher sich dann
        

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