Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur mikroskopischen Anatomie des Blutgefässsystems der Tunikaten. Nebst Bemerkungen zur Phylogenese des Blutgefässsystems im Allgemeinen. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde, Universität Zürich
Person:
Fernandez, Miguel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38205/55/
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mäßig angeordnet sind. So möchte ich denn für sie den von 
Seeliger gebrauchten Namen „Endothel“ durchaus vermeiden und 
sie schlechtweg als „die Gefäße begrenzende Bindegewebszellen“ 
bezeichnen. — Ich stimme Seeliger durchaus darin bei, daß die 
Bindegewebszellen bei den Ascidien nicht leicht von etwaigen der 
Wandung anliegenden Blutkörperchen unterschieden werden können. 
Trotzdem, und wenn auch beides, Blutkörperchen und Binde¬ 
gewebszellen, auf embryonales Mesenchym zurückgeführt werden 
muß, sind doch ausgebildete Blutkörperchen und ausgebildete 
Bindegewebszellen verschiedene Dinge, und eine Anlagerung von 
Blutkörperchen darf nicht mit den von Anfang an die Begrenzung 
des Gefäßes darstellenden Bindegewebszellen verglichen werden. 
Ich bin daher mit folgendem Passus Seeligers nicht einverstanden : 
„Ich habe eben das die Blutbahn begrenzende Endothel aus Zellen 
des Bindegewebes abgeleitet, und sicher wird das in vielen Fällen 
zutreffend sein. Andrerseits muß aber allerdings auch zugegeben 
werden, daß amöboide Blutzellen zur Bildung feiner Endothel¬ 
lamellen zusammentreten können, um auf kleinere oder größere 
Strecken die Blutsinus zu umgrenzen.“ 
Blutzellen. 
Da über die Salpen fast keine modernen Untersuchungen vor¬ 
liegen, während die Ascidien ziemlich gut durchgearbeitet sind, 
habe ich selbst nur die Verhältnisse bei ersteren genauer ins Auge 
gefaßt. 
Ueber die Ascidien besitzen wir außer den Angaben de Lacaze- 
Duthiers’ (Anurella roscovita), Della Valles (zusammengesetzte 
Ascidien), Roules (Ciona int.) und Maurices (Fragaroides auran- 
tiacum) noch die Beobachtungen Hellers an einer Reihe Mona- 
scidien, die er frisch untersuchte. An neueren Untersuchungen 
liegt, neben der Darstellung Ritters (1893) für Perophora an- 
nectens, besonders die ausführliche vergleichende Arbeit Clénots 
(1891) vor. 
Zum Vergleich will ich hier Cuénots Resultate anführen. Er 
unterscheidet bei der verhältnismäßig einfache Verhältnisse dar¬ 
bietenden Asc. mentula : 
1) Amibocytes typiques, normaux : kleine Amöbocyten mit 
wenig Granulationen und deutlichen Pseudopodien. 
2) Amibocytes à graisse: vorige, jedoch mit Fetteinschlüssen.
        

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