Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Zur mikroskopischen Anatomie des Blutgefässsystems der Tunikaten. Nebst Bemerkungen zur Phylogenese des Blutgefässsystems im Allgemeinen. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde, Universität Zürich
Person:
Fernandez, Miguel
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38205/29/
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Zwischen den Fibrillenbündeln sah man sehr häufig die feinen 
schwarzen Zellgrenzen (Fig. 23), und wo dies der Fall war, wurde 
jedes der dünnen Bündel kontraktiler Substanz jederseits von einer 
solchen Linie umgeben. Daraus folgt, daß diese feinen Bündel die 
gesamte Fibrillenmasse einer Zelle darstellen, mithin den breiten 
Fibrillenbündeln (faisceau : Van Beneden und Julin) der Clavelina 
und den aus deutlich unterscheidbaren feineren Bündeln zusammen¬ 
gesetzten Gesamtfibrillenmassen der Salpen zu vergleichen sind, 
und nicht etwa nur den einzelnen feineren Bündeln der letzteren. 
Im Gegensatz zu den Salpen stellt bei den Ascidien, bei guter 
Konservierung, die ganze Fibrillenmasse ein geschlossenes Ganzes 
dar. Wie bei Clavelina sieht man auch hier einen Zerfall der 
Bündel an der indifferenten Linie und der Raphe, wennschon 
weniger deutlich. 
Meist ist es nicht möglich festzustellen, welche Kerne und 
Bündel zusammengehören, weil die Zellkörper sehr kurz sind im 
Vergleich zur Länge der Fibrille; sie sind mehr oder weniger 
polygonal, mit hellem Plasma. Immerhin sind sie doch meist in 
der Längsrichtung der Fibrillen etwas in die Länge gezogen und 
weniger gleichmäßig in zwei Richtungen ausgedehnt, wie dies 
Seeliger auf seiner Fig. 10, Taf. XXII, für Ciona angibt. Im 
Plasma fanden sich bei Ascidia cristata Körner, welche sich deut¬ 
lich färbten und möglicherweise als Sarkosomen (Retzius) — 
Myochondren (Schneider) — zu bezeichnen sind. Ueber die gelb¬ 
grünen Körner der Ascidia fumigata und Asc. cristata habe ich 
bereits beim Perikard berichtet. — Die Kerne sind, wenigstens bei 
Asc. fumigata und Asc. cristata, groß, bläschenförmig und kugelig 
(Fig. 21), weniger gilt dies für Asc. mentula. Bei schwachen Ver¬ 
größerungen sieht man sie, in wechselnder Zahl beisammen liegend, 
deutliche Reihen bilden (Fig. 18, 19). Diese werden wohl da¬ 
durch bedingt, daß die verhältnismäßig kurzen Plasmamassen eben¬ 
falls eine regelmäßige Anordnung zeigen und die Kerne immer in 
ihrer Mitte führen, woselbst sie am meisten aufgetrieben erscheinen. 
Diese regelmäßige Anordnung in Reihen wurde für die Plasma¬ 
körper bereits von Heine (1903) und vorher von Herrmann (1882) 
erwähnt (Ciona resp. Ciona und Phallusia). Die Kernreihen laufen 
einander parallel und kreuzen die Richtung der Fibrillenbündel 
steil, in Winkeln von 45—90°. Bei schwachen Vergrößerungen 
treten sie deutlicher hervor als die Fibrillenbündel; sollte die 
irrtümliche Angabe des Längsverlaufes der letzteren etwa durch 
sie hervorgerufen sein?
        

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