Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Lamina spiralis membranacea. Ein Beitrag zur Kenntniss des inneren Gehörorgans
Person:
Deiters, Otto
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38061/74/
63 
ist um so mehr gerechtfertigt, da in dem Falle von Bött¬ 
cher ja auch die entsprechenden Stücke auf der vestibu¬ 
lären Seite der Membrana basilaris entfernt sein sollen. 
Was kann man aber aus einem so isolirten ausser Zusam¬ 
menhang stehenden Faserstück beweisen? 
Genug, was Böttcher zeichnet, hat vollkommen die Cha¬ 
raktere der Yerbindungsstiele und durchaus nichts mit 
denen gemein, welche als den Nervenelementen angehörig 
erscheinen; die Zeichnung spricht für ein der Membran 
auf- nicht unter ihr liegendes Gebilde und diese augen¬ 
fälligen Löcher sind entschieden nicht vorhanden. Ich 
glaube nach den zahllosen Präparaten, welche ich vor Au¬ 
gen gehabt, mir das Urtheil w'ohl erlauben zu dürfen. 
Sind hier die Faserenden entfernt, so ist die Entscheidung 
leicht; sitzt aber das dreieckige Ende noch fest, so ist zu 
bedenken dass sich dies in ein rundliches Faserrudi¬ 
ment auszieht, welches in solchen Fällen wohl immer, 
wenn auch nicht deutlich sichtbar doch vorhanden ist. Wird 
dies von oben herab gesehen, so muss es sich, weil einem 
rundlichen Stiel angehörend als ein heller, glänzender 
Punkt von einem dunkeln Schatten umgeben eharak- 
terisiren. Besonders bei der Erhebung des Tubus tritt 
diese glänzende Stelle besonders hervor in ganz ähnlicher 
Weise wie ich das für die absteigenden Corti’schen Fasern 
angegeben habe. Diese immer glänzende Stelle kann 
Böttcher mit einer Oeffnung verwechselt haben. Den ent¬ 
scheidenden Beweis in dieser Frage geben aber gelungene 
Durchschnitte. Böttcher scheint keine vor Augen gehabt 
zu haben. Ich verweise desshalb auf meine Abbildungen 
(fig. 33. e. fig. 19. e.) die hier das wahre Verhalten wrohl 
zur Evidenz darstellen dürften. Nur an solchen Präpara¬ 
ten würde eine Perforation demonstrirt werden können 
und an den Stellen wo die dreieckigen Enden des Ver¬ 
bindungsstieles aufsitzen, zeigt sich keine solche; diese 
Enden sind eben die wahren Enden der Stiele die auch 
wie die Glocken wirklich in die Substanz der M. basi¬ 
laris übergehen. 
Ich darf wohl aus alle dem den Schluss ziehen dass selbst
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.