Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Lamina spiralis membranacea. Ein Beitrag zur Kenntniss des inneren Gehörorgans
Person:
Deiters, Otto
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38061/53/
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ren zu begründen haben. Ich verweise daher auf diese 
Stellen, trotzdem auch der nachgewiesene Zusammen¬ 
hang des Corti’schen Organes mit Nervenfasern nicht 
die geringste Nöthigung einzuschliessen scheint, dies Or¬ 
gan dem Nervengewebe einzuordnen. Bei den hielierge- 
hörigen Beobachtungen scheinen meist vorgefasste theoreti¬ 
sche Ansichten das unparteiische Urtheil gestört zu haben ; 
man hielt es für ein Postulat der Physiologie, dass solche Theile, 
von denen aus irgend welche Erregung den Nerven mitge- 
theilt wird, mit diesem in unmittelbar geweblichem Zusam¬ 
menhang stehen müssten; ob sich dies Verhältniss mit der 
Zeit herausstellen wird, steht dahin; jedenfalls aber hat die 
Anatomie ebensowenig wie die Physiologie ein Recht, dies 
schon jetzt als ein Axiom in anatomische Beobachtungen 
hineinzutragen und aus dem Fehlen desselben voreilige 
Schlüsse zu ziehen. Man ist aber zu dergleichen noch 
immer geneigt, trotzdem die Histologie das Continuitätsge- 
setz längst verlassen hat. Kaum an irgend einem Theile 
lässt sich die Möglichkeit des geweblichen Zusammenhangs 
sehr heterogener Elemente klarer demonstriren als grade 
an den Gebilden der Lamina spiralis. Die Corti'schen 
Fasern stehen einerseits in solchem Zusammenhang mit 
Theilen, welche direkt oder indirekt zum Bindegewebe 
zu rechnen sind ; schon die Membrana basilaris, mag man 
sich ihre Genese denken, wie man will, jedenfalls sind 
bindegewebige Theile dabei die Faktoren ; mit ihr aber 
sowohl wie mit einem gleich zu beschreibenden bindege¬ 
webigen Stützapparat steht sie in Zusammenhang, sie steht 
im selben Verhältniss zur Lamina velamentosa und durch 
sie mit den verschiedenartigen Zellenformen, deren weiter 
unten Erwähnung geschieht. Gesetzt nun auch, sie stände 
auch noch mit wirklich nervösen Theilen in Continuität, 
darf dann die Histologie aus dieser Continuität -weitere 
Schlüsse ziehen , die Continuität mit den andern Theilen 
dagegen vernachlässigen? Will daher die Physiologie schon 
jetzt den Corti’schen Fasern eine bestimmte Funktion zu¬ 
schreiben, (und die darüber gehende Hypothese ist bekannt) 
so braucht sie vor der Hand nur ihre direkt zu beobach-
        

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