Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Lamina spiralis membranacea. Ein Beitrag zur Kenntniss des inneren Gehörorgans
Person:
Deiters, Otto
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38061/11/
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worden. Leydig’s Angaben übergehe ich als des sonst 
verdienten Forschers unwürdig. Die Arbeiten von Clau¬ 
dius und Böttcher sind schon um desswillen von Bedeutung 
weil sie zuerst mit Glück die von Kölliker behauptete 
nervöse Natur des Corti’schen Organes bekämpften. Clau¬ 
dius hat zuerst mit Bestimmtheit den Ansatz der schon 
von Corti gesehenen oberen von der Spitze der Zähne 
erster Reihe ausgehenden Membran an der gegenüberste¬ 
henden Schneckenwand behauptet und damit die ganze 
Lam. spir. membr. fiir einen beiderseitig geschlossenen 
Raum erklärt, dessen obere Membran, die M. Cortii, die 
untere dagegen die M e mb r. basilar is genannt wird; die¬ 
ser ganze Raum wird ausser von dem Corti’schen Organ, 
von einem Parenchym grosser, dünnwandiger Zellen aus¬ 
gefüllt. Hinsichtlich des Corti’schen Organes macht Clau¬ 
dius zuerst auf den Unterschied der beiden Faserreihen 
an Zahl und Breite aufmerksam, wie denn auch die Befesti¬ 
gung des Endes der zweiten Faser auf der Basilarmem- 
bran von ihm zuerst beobachtet ist. Einen nicht weniger 
wichtigen Schritt that Claudius durch die Beobachtung, dass 
das Corti’sche Organ in seiner Gesammtheit nicht einfach 
der Membran aufliege, ihr ganz parallel gelagert, sondern 
dass es einen Bogen darstellc, dessen aufsteigenden Schen¬ 
kel die erste, den absteigenden aber die zweite Faser bilde. 
Böttchers Angaben sind hinsichtlich des Corti’schen Or¬ 
ganes denen von Claudius sehr übereinstimmend und schon 
um desswillen nicht specieller zu erwähnen als seine ersten 
Angaben über die Nervenendigung jetzt von ihm zurück¬ 
genommen sind. 
In ein neues Stadium ist die Lehre von der Schnecke 
im vergangenen Jahre getreten durch die Auffindung eines 
mit dem Corti sehen Organ zusammenhängenden Appara¬ 
tes, der von Kölliker den Namen derLaminareticularis 
cochleae erhalten hat. Nach wenigen Andeutungen, die sich 
in Ivölliker’s „Mikroscopischer Anatomie“ finden und die 
selbst von ihrem Urheber nicht in dieser Weise gedeutet 
worden sind, geschah die Auffindung dieser Lamelle gleich¬ 
zeitig von M. Schultze und Kölliker. Der Apparat liegt
        

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