Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Untersuchungen über die Lamina spiralis membranacea. Ein Beitrag zur Kenntniss des inneren Gehörorgans
Person:
Deiters, Otto
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit38061/101/
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Habenula perforata herziehen, sondern sie sich in mehr oder 
weniger gleichmässige Bündel, deren Fasern in der Rich¬ 
tung der Breite und Dicke convergirend, unter je einem 
Loch der Habenula perforata sich sammeln. Auf allen 
Durchschnitten die mir zu Gesicht gekommen sind, ist 
diese Convergenz der Fasern in der Dickendimension eine 
gleichmässige, an der alle Fasern Theil zu nehmen schei¬ 
nen und trotz aller Sorgfalt habe ich nie gesehen, dass et¬ 
welche Fasern ihre ursprüngliche Richtung beibehielten und 
unter der M. basilaris, also an deren tympanaler Fläche 
verlaufend, sich in das Netz varicöser Fasern verlieren, 
welche so verschieden beurtheilt worden sind. 
Den Durchtritt der Nervenfasern durch die Löcher habe 
ich auf Durchschnitten sowohl wie auf Flächenpräparaten 
direkt beobachten können. Bei feinen wohlgelungenen 
Durchschnitten sieht man oft genug, selbst wenn das Corti’- 
sche Organ vollständig verloren gegangen ist, in der Ge¬ 
gend der Löcher ein Büschel feinster Fäserchen hervor¬ 
treten (fig. 1. c.) bei denen man bei genauerer Beobach¬ 
tung erkennen kann dass sie eben nur eine Fortsetzung 
der von unten herantretenden dunkelrandigen Nerven sind. 
Sind die auf der Membr. basilaris liegenden Theile wohl 
erhalten, so verliert sich das Bündel theds vor der auflie¬ 
genden Corti’schcn Faser in gleich zu beschreibender 
Weise, theils unter dem Corti'schen Bogen. Ich empfehle 
um diese gröbern Verhältnisse besonders deutlich zu sehen 
junge, noch blinde Katzen, wo die Theile noch fester an¬ 
einanderhaften und Durchschnitte mit erhaltenem Corti’schen 
Organ und durchtretenden Nerven leichter zu erhalten sind. 
Doch ist auch bei erwachsenen Thieren die Demonstration 
sehr wohl möglich und verw eise ich vor Allem auf fig. 33., 
welche einem besonders glücklichen Präparat, (durch Zer¬ 
zupfen zufällig erhalten) entspricht. Indessen lassen sich 
auch an Flächenpräparaten bei günstiger Lage des Corti’¬ 
schen Organes die hindurchgetretenen Fäserchen nicht eben 
schwer zu dem ihnen zugehörigen Loch verfolgen, so dass 
das Faktum des Durchtritts der Nervenfasern nunmehr als 
ein vollkommen gesichertes angesehen werden darf.
        

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