Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Verhalten des Globulins zu den Salzen. Salzglobulin
Person:
Morochowetz, Leo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37835/1/
Verhalten des Globulins zn den Salzen 
Salzglobulin. 
Synonyme: salz-albununöse Verbindung, Salzalbuminat—Denis, Albuminat— Nasse 
u n d Sa Izglobulin—Morocliowetz. 
Von Prof. L. Morochowetz. 
Löslichkeit des Globulins in Salzen. An das Studium der 
Eigenschaften der Globuline im besonderen gehend, wenden wir jetzt unsre Auf¬ 
merksamkeit dem Verhalten des Globulins den Salzen gegenüber und vor allem der 
Löslichkeit desselben in wässerigen Salzlösungen zu. 
Das zuerst von Denis untersuchte Verhalten des Serum- und Eierglobu¬ 
lins den Salzlösungen gegenüber darf mit recht die erste und ehrenvollste 
Stelle in der Reihe der Grundeigenschaften des Globulins einnehmen. Indem wir 
alles das in Betracht ziehen, was wir in dieser Beziehung über ein jedes der Glo¬ 
buline im besonderen gesagt haben (W 41—7 p. OB, W 48—GO p. 90, .VJY» 61—7 p. 
30. 4o, 50, 57, .V.V G8—74 p. 81 u. .V.V 75—SO p. 200), glauben wir uns zu der Behaup¬ 
tung berechtigt, dass m ü g 1 i c h s t aschenfreies G 1 o h u 1 i n, woraus es 
a u c h d a r g e s t e 111 worden sei, i in frischen o d er feuchten Z u- 
stände in L ö sungen von Alkali- oder E r d a 1 k a 1 i s a 1 z e n, nämlich 
in all den erprobten und in Tabelle III angeführten Salzen, sich löst. Bei der Er¬ 
forschung der Löslichkeit der Globuline in Salzlösungen hat man nicht nur dem 
Zustande des Globulins, in Abhängigkeit davon, wann es bereitet, und wie lange 
es aufbewahrt worden war, sondern auch noch dem Goncentrationsgrade der Lö¬ 
sung und dem chemischen Charakter eines jeden Salzes Rechnung zu tragen. 
Auch dieses Verhalten der verschiedenen Salze dem Globulin gegenüber wurde 
zuerst von Denis (AIV 48—GO p. 90) beobachtet, und finden wir bei ihm die erste Ta¬ 
belle, in welcher die Salze nach der Löslichkeit des Globulins in denselben geordnet 
sind (12 p. 75), wobei Denis in der Löslichkeit des Lactoglobins (15 p. 29), des Fibrins 
und des Seroglobins keinen besonderen Unterschied findet. Zur ersten Gruppe ge¬ 
hören die besten Lösungsmittel: Chlorbaryum, Kaliumnitrat, Kalium- und Natrium- 
sulfat: dann folgen: Chlorkalium, Chlornatrium und Chlorcalcium: in dritter Reihe 
kommen Natriumnitrat, Ammonium- und Zinksulfat, Natriumphosphat, neutrales 
Bleiacetat, Strontiumnitrat, Chlorammonium und Ammoniumalaun. Diese letzte 
Gruppe, soweit Denis dieselbe am Fibrin studirte, wirkt ziemlich schwach (12 p. 
75—6). Nach dieser Gruppe nennt Denis noch einige Metallsalze, welche das Glo¬ 
bulin nicht mehr lösen. Was die Alkalicarbonate anbetrifft, so stellte Denis die¬ 
selben. insofern die Löslichkeit des Globulins im Spiele ist, den Alkalien, d. h. 
den besten Lösungsmitteln an die Seite (15 p. 109). Auch Berzelius (4 p. 42) nähert 
die Alkalicarbonate in Bezug auf die Löslichkeit des Globulins (des Ovo- und Se- 
roglobins) in denselben mehr den Alkalien. 
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