Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Globulin der coagulirbaren Substanz des Blutes. Fibroglobin
Person:
Morochowetz, Leo
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37834/12/
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DËS GLOBULIN DER COAGULIRBAREN SUBSTANZ DES BLUTES. 
konnte Berzelius Denis darin nicht beistimmen, dass eine Fibrinlösung in Salzen 
mit neutralisirtem Serum identisch sei. und meint, das neutralisirte Serum müsste, 
falls es mit Fibrinlösungen in Salzen identisch wäre, von Wasser gefällt werden, was 
jedoch, wie Berzelius glaubte, nicht der F a 11 i s t (AW 48—60 p. 90—2). Doch 
zeugen sowohl zu jener Zeit, wie auch spätere und auch in neuester Zeit beobachtete 
Thatsachen zu Denis’s Gunsten, da gerade auf diesem Wege Seroglobin erhalten 
wird (.VW 48—60 p. 118). Denis's Angaben ausser Acht lassend, nimmt Berzelius 
für das librin nur zwei Zustände, einen ungeronnen und einen geronnenen, an. 
U n g er o n n eues Fi b r i n befindet sich nur in dem circulirenden Blute und 
geht bei der Gerinnung lezteres rasch in den geronnenen Zustand über, in 
welchem es sich auch in den Muskeln befindet (18 p. 50), Zugleich beobachtete 
Berzelius, dass das Fibrin in Ammoniakflüssigkeit, Kalk. Baryt und Alkalien lös¬ 
lich ist (ib. p. 57). 
Es waren aber noch nicht zwei Jahre vergangen, als Berzelius (1842,19 p. 
542—3) seine Meinung ändern und die von Denis und anderen beobachteten Thatsa¬ 
chen anerkennen musste. Indem er fast Wort für Wort das wiederholt, was er im 
Jahre 1839 (17 p. 667) geschrieben hatte, Denis’s Namen aber durch Scherer’s 
ei setzt und wieder anlässlich der Identität des Serums und der Fibrinlösungen in 
Salzen, giebt er jetzt jedoch zu, dass mit Essigsäure neutralisirtes Serum von Was- 
sei ebenso gefällt v»iid wie eine Fibrinlösung in Salzen, dass aber das Albumin da¬ 
bei im geronnenen Zustande ausfällt (AW 48—60 p. 92). 
Liebig, dei unzweifelhaft die Angaben von Lecanu benutzte (106 p. 216 und 
später im J. 1852, 107 p. 11). welcher fast gleichzeitig mit Denis beobachtet hat¬ 
te. dass in 8 A ol. gesättigter Natriumsulfatlösung unmittelbar eingeflossenes Blut 
nicht gerann, und dass die Blutkügelchen von der Flüssigkeit leicht abfiltrirt 
werden konnten (106 p. 216), bemerkte seinerseits, dass, wenn das aus den Ge¬ 
lassen fliessende Blut mit dem gleichen A olum Glaubersalz vermischt wird, die Blul- 
kügelclien sich setzen, wählend über denselben ein durchsichtiges Coagulum sich ab¬ 
scheidet; wird dagegen das Blut mit 8 A ol. des Salzes vermischt, so gerinnt das 
Gemenge nicht, die Blutküiperchen sinken zu Boden und die darüber schwimmende 
Flüssigkeit enthält das gelöste Fibrin, welches in diesem Zustande alle Eigen¬ 
schaften des Albumins besitzt *) (114 p. 882). 
Aussei diesen so zu sagen indirecten Beweisen für die Löslichkeit eines jeden 
Fibrins in Salzen führt Liebig für die von Denis aufgestellten Sätze auch directe 
Beweise an. In seiner Antwort auf Denis’s Brief (1841. 115 p. 539) bestätigt Lie¬ 
big vollkommen die Angaben dieses Forschers und erklärt zugleich 2). dass es ihm 
gelungen sei eine Libiinlösung in Salpeter bei 50—56° auch bei Abwesenheit von 
Alkalien zu eihalten. Liebig nimmt ebenfalls an. dass Fibrin und gelöstes Albu¬ 
min identische Lösungen geben (ib. p. 539). Ausserdem findet er. dass die Ele- 
’) „Die darüber schwimmende Flüssigkeit ist 
klar, farblos oder röthlich, sie verhält sich genau 
wie Serum; das Fibrin, dessen Abscheidung durch 
das Glaubersalz verhindert wurde, scheint in den 
löslichen Zustand übergegangen zu seyn, wo es 
alle Eigenschaften mit dem Albumin theilt“ (114 
p. 882). 
2) „Enfin j'ai la satisfaction de vous annon¬ 
cer, que toutes vos expériences sur la fibrine et 
sur l’albumine, relativement à leur identité et 
leur composition, ont été trouvées très exactes. 
Nous sommes parvenus à dissoudre entièrement 
de la fibrine pure dans une solution saturée de 
nitre en les tenant ensemble à une température 
voisine de 50 à 56° centîgr. La fibrine devient 
d'abord gélatiniforme et ne laisse que quelques 
flocons insolubles. Le liquide filtré possède tou¬ 
tes les propriétés de l’albumine; je le répète, 
nous avons réussi sans emploi d’alcali caustique, 
ce qui me semblait d’abord indispensable et dé¬ 
cisif. Nous avons aussi remarqué que la fibrine 
bouillie ne se dissout pas. La composition de la 
fibrine dissoute (changée en albumine liquide) 
était exactement celle de la fibrine et de l'albu¬ 
mine ordinaire“ (115 p. 539).
        

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