Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
XX. Allgemeine Schlüsse (zu den 18 vorhergehenden Abhandlungen.- S. Le Physiologiste Russe: t. III- No. 41-47 p.p. 70, 84; No. 48-60 p.p.50, 90; t. IV - No. 61-67 p.p. 15, 34, 42, 53, No 68-74 pp. 48; No. 75-80, 171 u 231; t. V- No. 81-85 p.p. 66; No. 86-92 p. 168; No. 93-100 pp. 279, 301, 314, 323, 334, 356 u. 407).
Person:
[Morochowetz, Leo]
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37830/12/
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ALLGEMEINE SCHLÜSSE. 
gedient hatte. Wie wir aber schon erklärten (AhV 81— 85 p. 115), ist es unter diesen 
Verhältnissen nicht möglich, die Flüssigkeit von den Basen, die mit dem Globulin 
verbunden sind, zu befreien. 
2) D i a 1 y s e gegen eine Salzlösung nach vorangegange¬ 
ner Neutralisation gibt günstigere Resultate. Wünscht man in den" Flüssig¬ 
keiten das sämtliche in denselben enthaltene Protein in der Lösung zurückzuhalten, 
so muss man natürlich eine passende Säure wählen. Dabei muss in betracht gezogen 
werden, dass die eingetragene Säure mit den Basen, die mit dem Globulin "verbun¬ 
den sind, Salze bilden soll, welche ein solches Lösungsvermögen des Globulins be¬ 
sitzen. dass das Globulin in statu nascendi sich leicht darin autiöse. Diesen Anfor¬ 
derungen genügt die Salpetersäure vollkommen; selbst eine so dicke Flüssigkeit 
wie durch Umschütteln mit Glasscherben in einer Flasche zerschnittenes und durch 
Gaze und Watte filtrirtes Eiweiss (AbY 48—00 p. 165) schied bei der Neutralisation mit 
Salpetersäure keine Niederschläge aus. Es versteht sich von selbst, dass das Neutra¬ 
lismen wiederholt werden muss, da nach einiger Zeit die Trübere Reaktion sich 
wieder einstellt. Der volle Übergang der mit dem Globulin verbundenen Basen in 
salpetersaure Salze wird dadurch angezeigt, dass die Asche einer kleinen Portion 
der Versuchsflüssigkeiten nicht alkalisch reagirt. Zur Ausgleichung der Flüssigkeiten 
in bezug auf ihre anorganischen Bestandteile müssen dieselben gegen irgend eine Salz¬ 
lösung, am besten gegen eine 0.5—5% Natriumnitratlösung, dialysirt werden. Nach 
Beendigung der Dialyse (A'.Y 75—80 p. 246) werden die Flüssigkeiten mittels derselben 
Salzlösung, die zur Dialyse gedient hatte, auf ein und dasselbe spezifische Gewicht 
gebracht, 
3) Dialyse saurer Lösungen der Niederschläge gegen sch w a c h e 
Säurelösunge n (Salz-. Schwefel-, Essigsäure) ermöglicht ebenfalls, das Globu¬ 
lin in gleiche Versuchsbedingungen zu versetzen, worüber wir schon hinlänglich 
gesprochen haben (.Y.V 86—92 p. 2OG). Je vollkommener die Zerstörung der Verbindung 
des Globulins mit der Base in den natürlich vorkommenden Flüssigkeiten ist. desto 
besser wird begreiflicherweise dem Grundprinzip der Methode gleicher Versuchs¬ 
bedingungen genüge getan. Ferner, je weniger wir solche Bedingungen hineintragen, 
die auf die Eigenschaften des Globulins selbst irgend eine Wirkung ausüben, desto 
mehr nähern wir uns dem natürlichen Zustande dieses Körpers. Daraus folgt klar, 
dass die Darstellungsmethode des Globulins aus seinen verschiedenen Trägern, 
welche unserer Bekanntschaft mit diesem Körper in dieser Arbeit zu Grunde gelegt 
ist, nicht nur einen für die Erforsch u n g d e r G r u n d e i g e n s c h a f t e n 
desselben von den Mineralbestandteilen völlig unabhängigen, vollkommen brauchba¬ 
ren chemischen Körper liefert, sondern an sich selbst als Eckstein der Methode 
gleicher Versuchsbedingungen dient, welche es ermöglicht die Eigenschaften der 
verschiedenartigsten Proteinpräparate unter einander zu vergleichen und die Bedin¬ 
gungen ihrer Identität zu summiren! Folglich gibt die Überführung des Präparats 
in eine saure Lösung von möglichst geringem Säuregehalt, die Dialyse gegen eine 
eben solche Säurelösung bis zur völligen Entfernung der Asche und die nachherige 
Entfernung der Säure durch Dialyse gegen Wasser ein Globulin (Globin) mit 
all d e n Zügen, welche den Eigenschaften des für alle Proteinkörper als Ausgangs¬ 
substanz geltenden Körpers zu Grunde liegen. 
Das auf diese Art erhaltene Hydroglobin lässt sich ziemlich schwer konserviren 
(besser in Glycerin .Y.V 93—100 p. 325). Will man die Substanz längere Zeit und 
in grösseren Quantitäten, z. B. zu Analysen u. dergh, aufbewahren, so braucht das 
Präparat nicht besonders löslich zu sein: ist die Notwendigkeit nicht vorhanden, gerade 
Hydroglobin zu haben, so kann man sich auch eines einfacheren Verfahrens, na¬ 
mentlich der Einwirkung schwacher Säuren unter Erwärmen, bedienen.
        

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