Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die Bestimmung des Blutzuckers
Person:
Bang, Ivar H. Lyttkens J. Sandgren
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37826/2/
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Ivar Bang. II. Lyttkens und J. Sandgren. 
die Kupferlösung erst grünlich-blau. Durch 2—3 Tropfen Hy¬ 
droxylaminlösung bekommt man den Umschlag. Es ist also 
absolut nicht die geringste Schwierigkeit bei diesem Verfahren, 
den Blutzucker genau zu bestimmen, wie auch z. B. Erlandsens 
Kontrolluntersuchungen zeigen können. 
Zu ganz andern Ergebnissen ist Oppler1) bei Verwen¬ 
dung von Bangs Titrationsmethode gekommen, indem er keine 
übereinstimmenden Werte erzielen konnte. Und die Ursache 
hierfür ist nach Oppler, daß eine gelbgrüne Zwischenfärbung 
eintritt. (Daß das Ergebnis stark (!) von der Titrationsdauer 
abhängt, ist nicht richtig, wenn man das vorgeschriebene Teil¬ 
maximum nicht überschreitet.) Oppler hat nun bei seinen 
Bestimmungen nicht die Alkoholmethode verwendet, sondern 
enteiweißte das Blut nach Verdünnung mit Wasser mit Eisen 
und konzentrierte das Filtrat stark. Nach unseren Erfahrungen 
ist dies nicht zu empfehlen (worüber näheres später). Er bekam 
eine schwach gelbliche Lösung, mit welcher er die Titrationen 
anstellte. Ein Vergleich der Versuche 1, 3 und 4 (S. 394—395) 
zeigt, daß 10 ccm Zuckerlösung 43,2 und 44,3 mg und 7 ccm 
30,4 und 30,5 mg Dextrose entsprachen, welche Werte mit den 
berechneten gut übereinstimmten. Bei Verwendung von 4 ccm 
Zuckerlösung bekam aber Oppler nur 7,8 und 10,2 mg Dextrose 
anstatt der berechneten 17,4 mg. Diese berechnete Menge ent¬ 
spricht 31,0 ccm Hydroxylaminlösung, während Oppler 40,8 
und 38,2 ccm verabrauchte. Also nicht weniger als 9 ccm 
Hydroxylaminlösung zu viel. Da nun anderseits Oppler 
7 ccm und 10 ccm Zuckerlösung genügend scharf titrieren kann, 
und da man weiter ebenso genau 10—20 mg Dextrose wie 
30—50 mg titriert (eine eventuelle Mischfärbung tritt doch mehr 
bei größeren als bei kleineren Flüssigkeitsmengen hervor), ist 
dies Ergebnis ganz unverständlich. Man kann ohne weiteres davon 
ausgehen, daß einige Versuchsfehler Vorgelegen haben. Unver¬ 
ständlich bleibt nur, daß Oppler mit den gefundenen Werten 
sich zufrieden gestellt und sie als Belege publiziert hat. Aus 
diesem Grunde können wir auch seiner Versuchsserie 2 keine 
Bedeutung zumessen. 
0 Oppler, Diese Zeitschrift, Bd. LXIV, S. 393. 1910.
        

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