Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien über die Proteinbildung in reifenden Pflanzensamen
Person:
Schulze, E. E. Winterstein
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37822/22/
Studien über die Proteinbildung in reifenden Pflanzensamen. 453 
Extrakte hervorgebracht wurde, fünf Stickstofifverbindungen 
isolieren, nämlich Glutamin, Asparagin, Tyrosin, Arginin 
und Vernin. Von diesen Verbindungen war das Arginin die¬ 
jenige, welche in größter Quantität erhalten wurde; die vier 
anderen konnten nur in kleiner Menge gewonnen werden. Dem 
Filtrat von jenem Niederschlage fügten wir noch etwas Mer- 
curinitrat, dann Natronlauge bis zur schwach alkalischen 
Reaktion zu, wobei ein starker weißer Niederschlag entstand. 
Dieser Niederschlag wurde nach dem Abfiltrieren und Aus¬ 
waschen mittels Schwefelwasserstoff zersetzt, die vom Schwefel¬ 
quecksilber durch Filtration getrennte Lösung mit Ammoniak 
neutralisiert und hierauf bis zur Sirupkonsistenz eingeengt. 
Der Sirup lieferte beim Erkalten eine Ausscheidung, die sich 
aber nur unvollständig von der Mutterlauge trennen ließ. Wir 
erhitzten den Sirup daher mit absolutem Alkohol und fügten 
der Lösung sodann etwas konzentrierte Ammoniakflüssigkeit 
zu. Die so entstandene, vom rückständigen Sirup abgegossene 
Lösung gab beim Eindunsten eine Ausscheidung, die mit Hilfe 
einer Tonplatte von der Mutterlauge getrennt und hierauf aus 
Wasser umkrystallisiert wurde ; ein Teil dieses Produkts wurde 
auch aus einem Gemisch von heißem Alkohol und Ammoniak¬ 
flüssigkeit umkrystallisiert. Die in dieser Weise erhaltene 
Substanz stimmte im Aussehen mit unreinem Leucin überein, 
verhielt sich aber beim Erhitzen im Röhrchen nicht wie Leucin. 
Sie war stickstoffhaltig, bestand aber allem Anschein nach 
aus einem Gemenge mehrerer Stoffe. Die wässerige Lösung 
lieferte beim Erhitzen mit Kupferhydroxyd eine in Wasser 
schwer lösliche Kupferverbindung; doch schien auch die bei 
Zerlegung dieser Kupferverbindung mittels Schwefelwasserstoff 
erhaltene Substanz nicht einheitlich zu sein. 
Die von dem zweiten Mercurinitratniederschlage abfiltrierte 
Flüssigkeit wurde mittels Schwefelwasserstoff vom Quecksilber 
befreit, dann mit Raryumhydroxyd neutralisiert, hierauf im 
Wasserbade stark eingeengt. Nachdem sie mit Hilfe von Schwefel¬ 
säure vom Baryt befreit worden war, versetzten wir sie mit 
Phosphorwolframsäure. Die dadurch erzeugte Fällung vereinigten 
wir mit dem Niederschlage, der durch Phosphorwolframsäure 
Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXV. 
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