Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Studien über die Proteinbildung in reifenden Pflanzensamen
Person:
Schulze, E. E. Winterstein
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37822/17/
448 E. Schulze und E. Winterstein, 
lasurblaue Flüssigkeit, aus der eine kyrstallinische, dem Leucin- 
kupfer gleichende Verbindung sich ausschied. Auch die übrigen 
Eigenschaften des beschriebenen Produktes sprachen dafür, daß 
Leucin vorlag. 
Wir haben endlich in den Samenhülsen auch noch Tryp¬ 
tophan nachweisen können. Für den bezüglichen Versuch 
verwendeten wir einen wässerigen Extrakt aus einem Kilo¬ 
gramm der frischen Samenhülsen. Da wir in diesem Falle 
ganz ebenso verfuhren wie beim Nachweis des Tryptophans 
in den Keimpflanzen von Vicia sativa1) und da die Resultate 
sich mit den damals erhaltenen vollkommen decken, so halten 
wir es für überflüssig, hier alle Einzelheiten zu beschreiben. 
Es genügt, auf die in der zitierten Abhandlung gemachten An¬ 
gaben zu verweisen. Aus den im vorigen gemachten Angaben 
ist zu schließen, daß die Samenhülsen neben einer ansehn¬ 
lichen Quantität von Asparagin kleine Mengen Arginin, Hi¬ 
stidin, Tryptophan und Monoaminosäuren der fetten Reihe 
(Leucin, vielleicht auch Valin) enthielten. 
Es schien angezeigt, einen Versuch zur quantitativen Be¬ 
stimmung des Asparagingehalts der Hülsen nach dem Sachsse- 
schen Verfahren zu machen. Wir verwendeten dazu einen 
wässerigen Extrakt aus 1,6278 g der Trockensubstanz der Hülsen. 
Dieser Extrakt wurde zur Entfernung von Proteinstoffen und 
von basischen Stickstoffverbindungen mit Phosphorwolframsäure 
versetzt. Aus dem Filtrat von dem durch dieses Reagens hervor¬ 
gebrachten Niederschlage entfernten wir die Phosphorwolfram¬ 
säure durch Zusatz von Barytwasser; dann wurde die Flüssig¬ 
keit in vorschriftsmäßiger Weise mit Salzsäure gekocht, hierauf 
der Destillation mit Magnesia unterworfen. Dabei erhielten 
wir 0,044 g Stickstoff in Ammoniakform. Unter der Voraus¬ 
setzung, daß dieses Ammoniak ausschließlich durch Zersetzung 
von Asparagin entstanden war, berechnet sich der Asparagin- 
gehalt der Trockensubstanz der Hülsen auf 2,45°/o; die diesem 
Amid angehörende Stickstoffmenge würde demgemäß 0,52 °/o der 
Hülsentrockensubstanz betragen haben. Da nun diese Trocken- 
*) Diese Zeitschrift, Bd. XLV, S. 56.
        

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