Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weiterer Beitrag zur Kenntnis der bei der partiellen Hydolyse von Proteinen auftretenden Spaltprodukte
Person:
Abderhalden, Emil
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37820/2/
Kmil Abderhalden. 
m 
dem festgestellt worden ist, daß die Lösung vollständig frei von 
Baryt und von Schwefelsäure ist, wird durch Faltenfilter filtriert 
und das Filtrat unter vermindertem Druck bei 40° des Wasser¬ 
bades eingeengt. Es ist unbedingt notwendig, die Lösung von 
Zeit zu Zeit wieder auf Baryt und Schwefelsäure zu prüfen. 
Nach erfolgtem Einengen findet man häufig noch Spuren von 
Baryt, die bei der großen Verdünnung der Beobachtung ent¬ 
gangen waren. Der Baryumsulfatniederschlag wird wiederholt 
mit Wasser ausgelaugt, bis das Waschwasser farblos bleibt. 
Die gesammelten Waschwasser werden am besten für sich 
unter den gleichen Bedingungen wie das Hauptfiltrat eingeengt. 
Die erhaltenen hellgelb gefärbten Rückstände werden mit Methyl¬ 
alkohol ausgekocht. Es geht der größte Teil in Lösung. Nach 
einigem Stehen scheiden sich flockige Niederschläge ab. Von 
diesen wird abfiltriert. Das Filtrat wird wiederum unter ver¬ 
mindertem Druck zur Trockene verdampft und der Rückstand 
nunmehr in möglichst wenig, ca. 60° warmem Wasser gelöst 
(ca. 200 ccm). Von schwerer löslichen Teilen wird abfiltriert. 
Nun probiert man in Proben aus, wieviel absoluter Alkohol 
zugesetzt werden darf, ohne daß eine deutliche Trübung ein- 
tritt. Die entsprechende Menge davon fügt man dann der Haupt¬ 
menge zu. Nun reibt man die Wände des Gefäßes mit dem 
Glasstabe und impft mit einigen Kryställchen von d-Alanyl- 
glycin. In günstigen Fällen beobachtet man schon nach 24 Stunden 
Krvstallabscheidung. Meist verlangsamen flockige Ausschei¬ 
dungen die Krystallisation. 
Die Krystalle werden dann abgenutscht, mit Alkohol und 
Äther gewaschen und nun in heißem Wasser gelöst. Setzt 
man zu der konzentrierten, heißen, wässerigen Lösung Alkohol 
bis zum Eintritt einer Trübung, dann erfolgt noch während des 
Umschüttelns Krystallabscheidung. 
Man wird in jedem Falle die Krystalle durch Schmelz¬ 
punkt, Drehungsvermögen, Analyse, Fermentspaltung und totale 
Hydrolyse identifizieren müssen. Täuschungen sind möglich, 
wenn die Hydrolyse zu weit gegangen ist und Aminosäuren 
vorhanden sind. Aus noch nicht näher festgestellter Ursache 
kommt es bei der partiellen Hydrolyse von Seidenabfällen mit
        

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