Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weiterer Beitrag zur Frage nach dem Ab- und Aufbau der Proteine im tierischen Organismus
Person:
Abderhalden, Emil E. S. London
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37802/2/
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Emil 'Abderhalden und E S. London. 
weill sollte dann an das Blut abgegeben und den Körperzellen 
zugeführt werden. Es erübrigt sich, an dieser Stelle zu wieder¬ 
holen, welche Gründe für eine solche Vorstellung sprechen. 
Streng bewiesen ist sie bis jetzt ebenso wenig, wie die oben 
genannte Theorie. 
Wir hofften, durch die folgende Versuchsanordnung einen 
Einblick in Vorgänge zu erhalten, die sich nach der Resorption 
von Eiweißabbauprodukten in der Darmwand vollziehen. Wir 
exstirpierten Hunden ein ca. 30—40 cm langes Stück des 
Jejunums und ein ebenso langes Stück des Ileums. Der ver¬ 
bleibende Darm wurde dann vernäht und nun in einem Teil der 
Versuche vollständig abgebautes Fleisch in den Darm eingefuhrl 
und im anderen Fall Darmchymus aus einer Jejunumfistel nach 
Fleischfütterung. Von 15 zu 15 Minuten wurden kleine Portionen 
des Präparates eingespritzt. Der einzelne Versuch dauerte je 
21 a—5 Stunden. Nun wurde der ganze Darm ausgeschnitten und 
wie die exstirpierten Stücke aufgeschnitten und sein Inhalt entleert. 
Dann wurden die Darmstücke in 90°/«igem Alkohol auf bewahrt. 
Die weitere Untersuchung wurde in folgender Weise vorgenommen. 
Zunächst wurden die Darmstücke möglichst von anhaftendem Fett¬ 
gewebe befreit, dann zerkleinert und mit Wasser ausgekocht. 
Im wässerigen Extrakt wurde der Stickstoff bestimmt. Auch der 
Alkohol, in dem die Darmstücke aufbewahrt worden waren, 
wurde auf Stickstoff untersucht. Wir fanden stets nur Spuren, 
oft war der Befund ganz negativ. Auch das wässerige Extrakt 
enthielt nur wenig oder gar keinen Stickstoff. Nunmehr wurde 
die zerkleinerte Darmwand mit Alkohol und dann mit Äther 
so lange ausgekocht, bis jeweilen eine Probe des Extraktions¬ 
mittels beim Abdunsten keinen Rückstand mehr hinterließ. Nun 
trockneten wir den Brei bei 100° bis zur Gewichtskonstanz 
und hydrolysierten ihn dann durch Kochen mit rauchender Salz¬ 
säure. Die Hydrolysenflüssigkeit wurde jetzt auf ein bestimmtes 
Volumen aufgefüllt und in einem aliquoten Teil der Stickstoff¬ 
gehalt bestimmt. Wir verglichen auf diese Weise den Stickstoff¬ 
gehalt des «nüchternen» Jejunums und Ileums mit den «ge¬ 
fütterten» Darmteilen ein und desselben Tieres. Es unterliegt 
keinem Zweifel, daß die von uns angewandte Methode keinen
        

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