Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über die quantitative Cellulosebestimmung mit Hilfe der Methoden von «Lange» und «Simon und Lohrisch»
Person:
Scheunert, Arthur Ernst Lötsch
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37799/2/
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Arthur Schcuncrt und F.rnst Lötseh, 
der Kohlenhydratgruppe enthalten, sind auch Methoden, wie die 
hydrolytische Spaltung und dergleichen, nicht zu ihrer Bestimmung 
verwertbar. 
Man ist infolgedessen zur Bestimmung der Cellulose ge¬ 
nötigt, eine Trennung, Abscheidung und Isolierung derselben 
von den erwähnten zahlreichen Beimengungen derart zu er¬ 
reichen. daß man diese Beimengungen auf irgend eine Weise 
zerstört, indem man sich die allerdings verhältnismäßig große 
Resistenz der Cellulose gegen zahlreiche, andere organische 
Stoffe in tiefgehender Weise verändernde Reagenzien zunutze 
macht. Bei allen Methoden, die auf ein derartiges Verfahren 
gegründet sind, ist natürlich ein Haupterfordernis, daß die 
von Beimengungen zu befreiende Substanz, also hier die Cellu¬ 
lose, nicht auf irgend eine Weise von den zur Zerstörung 
der Beimengungen verwendeten Reagenzien angegriffen wird* 
Ist dies der Fall, so kann natürlich von einer quantitativen 
Bestimmungsmethode nicht gesprochen werden. Es ist nach 
diesen Erörterungen wohl ohne weiteres klar, daß man jeder 
aut einem solchen Verfahren aufgebauten Methode mit berech¬ 
tigtem Mißtrauen zu begegnen hat, und daß daraus das Er¬ 
fordernis erwächst, eine solche Methode erst dann als eine 
-quantitative» anzuerkennen, wenn sorgfältige Nachprüfungen 
die Berechtigung derselben, diesen Ehrentitel zu führen, dar¬ 
getan haben. 
Ohne auf die verschiedenen, zahlreichen Methoden der 
Cellulosebestimmung, aut die das soeben Gesagte anwendbar 
ist, näher einzugehen, soll in folgendem über einige Erfahrungen 
berichtet werden, die wir bei der Nachprüfung der sich auf 
die Anwendung von hochkonzentrierter KOH und H202 zur 
quantitativen Bestimmung der Cellulose gründenden Verfahren 
gesammelt haben. 
Die Verwendung hochkonzentrierten Alkalis zur Darstellung 
reiner Cellulose gründet sich auf eine Beobachtung Hoppe- 
Seylers,1) die dieser gelegentlich seiner Untersuchungen über 
die Bildung der Huminsubstanzen gemacht hat. 
') Hoppe-Sey 1er, Über Huminsubstanzen, ihre Entstehung und 
ihre Eigenschaften, Diese Zeitschrift, Bd. XIII, 1889. S «(>—121.
        

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