Bauhaus-Universität Weimar

Über die Wirkung des Labs auf Paracaseinkalk. 153 
zu beschreibenden Versuche gemacht. Erstens sagte ich mir: 
wenn das dem Labe beigemengte Pepsin die Ursache der Ver¬ 
dauung ist, ist es unwahrscheinlich, daß Milchgerinnung und 
Verdauung bei verschiedenen Extrakten parallel gehen. Um 
dies zu prüfen, wählte ich mir drei Proben von verschiedener 
Herkunft, nämlich 1. Käselabpulver Hansen, 2 Labessenz 
einer hiesigen, kleineren Fabrik und 3. ein sehr schlechtes 
Präparat, das damals zufällig der Kontrollabteilung der Ver¬ 
suchsstation zugesandt war. 25 ccm Milch wurden mit 1 ccm 
Lablösung (1:20) versetzt, und die Gerinnungszeit bestimmt, 
(bei 37,5° G). Die Stärke der Verdauung wurde in derselben 
Weise wie oben angegeben bestimmt. In je einer von 6 par¬ 
affinierten Röhren wurden 3 g Paracaseinkalkpräparat gewogen; 
mit 30 ccm Lso-n-HCl versetzt und 24 Stunden im Thermostaten 
bei 25° G geschüttelt; dann wurde auf jedes Rohr 0,45 ccm 
Lablösung gegeben von den Proben 1, 2 und 3. Die Kontroll- 
röhren erhielten die gleichen Mengen Lab, welche zuvor abge¬ 
tötet waren durch Erhitzen im Wasserbad. Nachdem wieder 
24 Stunden geschüttelt war, wurde filtriert, und im Filtrate 
der Stickstoff nach Kjeldahl bestimmt. Tabelle IV gibt das 
Resultat. . 
Tabelle IV. 
■j 
■ 
T (in Sek.) 
CHX io5 
N (in ‘/lo-n- 
Säure) 
N (Kontroll- 
rohr) 
Ven 
(Gef.) 
laut’ 
(Ber.) 
1. 
in 
0,565 
16,7 
3,4 
12,8 
13,3 
2. 
100 
0,544 
18,73 
4,0 
14,73 
14,7 
3. 
149 
0,544 
13,95 
3,6 
10,35 
9,9 • 
In der letzten Kolumne sind die Werte der Verdauung 
angegeben, die aus den Gerinnungszeiten berechnet sind, in der 
V oraussetzung, daß die Geschwindigkeit der Gerinnung der¬ 
jenigen der Verdauung parallel geht. Bedenkt man hierbei, 
daß die Versuchsanordnung ziemlich kompliziert ist, dann ist die 
Lbereinstimmung für die berechneten und gefundenen Zahlen' eine 
ganz befriedigende zu nennen, und ich schließe daraus, daß 
es ßicht wahrscheinlich ist, daß die Verdauung auf Rechnung
        

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