Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Quantitative Bestimmung des Fettes in der Milch nährender Frauen unter normalen und pathologischen Bedinungen. Inauguraldissertation zur Erlangung der Würde eines Dr. med. Aus dem Laboratoium der Klinik von Prof. Slavianski's geburtshilflichem und gynäkologischen Krankenhause. Petersburg, 1898
Person:
Gersoni, I.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37697/1/
B I B L I 0 G K A P II 1 E. 
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Die Organe und Gewebe hungernder Tiere verlieren verschiedene Quan¬ 
titäten der anorganischen Phosphorverbindungen. Bei normaler Ernährung 
bleibt der Phosphorgehalt in Form von Lecithin unverändert, Die Quantität 
des Phosphors in Gestalt von Eiweisskörpern bleibt beim Hungern dieselbe 
wie bei normaler Ernährung. Der relativ grösste Verlust an der Gesammt- 
menge des Phosphors hungernder Tiere kommt auf die Milz, dann, in abstei¬ 
gender Menge, auf die Lungen, die Muskeln, die Leber, die Schleimhaut des 
Magens und des Darms, das Herz und das Gehirn. Im Blute und in den Nie¬ 
ren ist der Gesammtgehalt an Phosphor vergrössert. 
Somit kann der allgemeine Schluss gezogen werden, dass der Organismus beim 
Hungern hauptsächlich den in anorganischen Verbindungen enthaltenen Phos¬ 
phor verliert, während der in Form von Lecithin und besonders von Eiweiss¬ 
körpern vorhandene vom Organismus hartnäckig festgehalten wird. 
Gersoni, I. Quantitative Bestimmung des Fettes in der Milch nährender 
Frauen unter normalen und pathologischen Bedingungen. Inaugural¬ 
dissertation zur Erlangung der Würde eines Dr. med. Aus dem 
Laboratorium der Klinik von Prof. Slavianski's geburtshilflichem 
und gynäkologischem Krankenhause. Petersburg, 1898. KojnnecTBeH- 
Hoe onpeDkneme ampa bi. mojiokF KopMamuxn stemniiH'L. 
Zur Bestimmung des Fettes in der Milch benutzte der Autor Dr. Ger¬ 
bers Apparat. 2000 Untersuchungen der Milch nährender Frauen unter den 
verschiedensten Bedingungen leiteten den Autor zu folgenden Schlüssen. 
Der mittlere Procentgehalt des Fettes in der Milch nährender Frauen 
während der ganzen Lactationsperiode beträgt 3,48%. 
Der Fettgehalt der Milch bei verschiedenen Frauen, sowohl als auch 
hei . einer und derselben ist grossen Schwankungen unterworfen, wobei das 
Minimum des Fettgehalts 0.6%, das Maximum—10% erreicht. Der Fettge¬ 
halt der Milch einzelner nährender Frauen entspricht einem gewissen Typus 
für eine jede, mit mittleren Schwankungen von 0,05—0,09%. 
Die Milch jüngerer Frauen sowie primiparer ist reicher an Fett. 
ln den ersten Tagen der Lactationsperiode enthält die Milch durchschnitt¬ 
lich 3,03%, später 3,8%• Der Fettgehalt der Milch stellt sich mehr oder we¬ 
niger sicher in der 4 Woche der Lactationsperiode heraus und bleibt auf 
derselben Stufe bis zum 4 Monat, wonach er anfängt sich zu vermindern. 
Die Milch schwacher Frauen ist reicher an Fett. 
Mässige Muskelarbeit befördert den Fettgehalt der Milch. Die Farbe des 
Haars und der Haut übt keinen merklichen Einfluss auf denselben aus. 
Der Fettgehalt in der rechten und linken Brust kann ziemlich grosse 
Unterschiede bieten. Oefteres und energisches Absaugen der Milch erhöht den 
Fettgehalt. Ein hoher oder niedriger Procentgehalt des Fettes in der Milch 
erscheint an und für sich nicht als Ursache von Dyspepsie, aberj die Erhö¬ 
hung des Fettgehalts in der Milch einer und derselben nährenden Frau kann 
als etiologisches Moment für die Dispepsie angesehen werden. In der Menstrual- 
zeit ist der bettgehalt erhöht. Erhöhte Temperatur erhöht auch den Fettgehalt. 
Eine aus Fastenspeisen bestehende Nahrung setzt den Fettgehalt der 
Milch nur sehr wenig herab,
        

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