Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die Beziehung zwischen der Entwicklung der halbkreisförmigen Kanäle und der Coordination der Bewegungen bei den Vögeln
Person:
Laudenbach, I.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37682/1/
Laudenbach, I. Ueber die Beziehung zwischen der Entwicklung der halb¬ 
kreisförmigen Kanäle und der Coordination der Bewegungen bei 
den Vögeln. (Berichte der kiewer Naturforschergesellschaft. Bd. XVII. 
Lief. I S. LXI). 
Indem der Autor Versuche an verschiedenen Vogelarten—Schwimmvögeln, 
Strandläufern, Hühnerarten, Taubenarten, Raubvögeln und Sperlingsvögeln— 
machte und die halbkreisförmigen Kanäle derselben sogar bei Vögeln einer 
und derselben Ordnung verglich, fand er, dass sie nicht bei allen gleich stark 
und regelmässig entwickelt sind. Jedesmal, wenn der Autor gut und regel¬ 
mässig entwickelte halbkreisförmige Kanäle beobachtete, constatirte er die 
Thatsache, dass der Vogel, der solche besass, imstande war geschickte Be¬ 
wegungen sei es beim Fliegen, Laufen oder beim Suchen der Nahrung aus¬ 
zuführen. 
Der Autor ist der Ansicht, dass die halbkreisförmigen Kanäle am schwäch¬ 
sten bei den Schwimmvögeln, am stärksten bei der Schwalbe entwickelt sind. 
Bei letzterer fand Ewald nach Durchschneidung der horizontalen halbkreis¬ 
förmigen Kanäle sehr scharf ausgedrückte Störungen in den Bewegungen bei 
den Versuchen zu fliegen, die sie machte. Auf Grund solcher Versuche und 
Beobachtungen gelangt der Autor zu dem Schlüsse, dass die mehr oder we¬ 
niger vollkommene Entwicklung der halbkreisförmigen Kanäle bei den Vögeln 
unmittelbar von der Feinheit und Genauigkeit der Equilibration in den Be¬ 
wegungen abhängt, die sie im Kampfe ums Dasein an den Tag legen. 
Laudenbach, I. Zur Frage nach der physiologischen Bedeutung der Otc- 
lithen. (Berichte der kiewer Gesellschaft von Naturforchern. Bd. 
XVII Lief. I, S. II). 
Die diesbezügliche Literatur ist nicht reichhaltig. Dieser Frage sind im 
ganzen zwei Arbeiten gewidmet, von denen die eine Sewall, die andre Steiner 
gehört. Der Autor beschloss die Resultate dieser beiden Arbeiten einer Prü¬ 
fung zu unterwerfen. Indem er die Frage nach der physiologischen Bedeutung 
des Sacculus sowie der in demselben enthaltenen Otolithen studirte und das 
ganze Labyrinth beim Axolotl extirpirte, erhielt er in Bezug auf die Störun¬ 
gen in der Regelmässigkeit der Bewegungen und der Fähigkeit, den Kör¬ 
per im Gleichgewicht zu erhalten positive Resultate. Bei einseitiger Extirpa¬ 
tion des Labyrinths beobachtete der Autor kreisförmige Bewegung des Kör¬ 
pers um die Längsaxe nach der operiiten Seite hin, bei beiderseitiger—ver¬ 
schiedenartigste Purzel- und Drehbewegungen. Im weiteren legt der Autor 
ausführlich die bei der Entfernung der Otolithen von der Mundhöhle aus 
angewandten Methoden bei Siredon pisciformes dar. Eine Reihe von Versuchen 
liess den Autor bei den operirten Tieren keinerlei Störungserscheinungen in 
den Bewegungen wahrnehmen, während die Entfernung des ganzen Labyrinths 
ausnahmslos von scharfen Störungen der Bewegungen und der Fähigkeit, beim 
Schwimmen das Gleichgewicht zu bewahren, begleitet wird. Ferner geht der 
Autor zu analogen Versuchen an Fröschen über, bei denen die Extirpation 
des ganzen Labyrinths, nach Schrader's Methode, gar keine Schwierigkei¬ 
ten bietet. Nach einseitiger Extirpation des Labyrinths wendet der Frosch
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.