Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beobachtungen über Radiolarien. (Ber. d. Kiewer Gesellsch. von Naturf. Bd. XV. H. I. S. 349)
Person:
Karawajeff, W.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37681/3/
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BIBLIOGRAPHIE. 
secundärer, einander parallel liegender Chromatinkügelchen. Zwischen dem 
Stadium der Teilung des Chromatinfadens und demjenigen des Uehergangs der 
Kerne m den schwammartigen Zustand gelang es dem Autor nur ein ein¬ 
ziges Stadium und auch nur an einem Exemplar Aulacanthae zu beobach¬ 
ten, wo alle Bestandteile des Kerns sich schon vollständig getrennt hatten. 
Die beiden Hälften bildeten zwei dicke runde Scheiben, die aus je zwei 
Substanzen bestanden. Unter den nachfolgenden Teilungsstadien beobachtete 
der Autor folgende: 1) zwei vollkommen entwickelte Kerne in einer centra¬ 
len Kapsel, 2) die Teilung der Kapsel selbst und 3) zwei Kapseln, die sich 
vollständig getrennt hatten, wobei das Chromatin der Kerne einen schwammar¬ 
tigen Bau besass, nicht aber ein Netz mit Nucleolen vorstellte, wie bei Pt. 
Hertwig und Häckel beschrieben und dargestellt ist. Nach der Teilung der cen¬ 
tralen Kapsel geht die Teilung der Kerne und der centralen Kapseln oft wei¬ 
ter, so dass eine zeitweilige Kolonie entsteht. Infolgedessen, dass die Teilung der 
Kerne nicht immer gleichzeitig stattfindet, bilden sich Kolonien mit gerader 
oder ungerader Anzahl von Centralkapseln. Die grösste vom Autor beobachtete 
Anzahl von centralen Kapseln einer Kolonie betrug vier. Was die Lage 
und Verteiluug der centralen Kapseln in der Kolonie anbetrifft, so liegen de¬ 
ren Hauptaxen in sehr verschiedenen Stellungen zu einander, jedoch stets 
derartig, dass der orale Pol in das gemeinsame Pheodium taucht. Im weite¬ 
ren stellt die Oberfläche des Calymm Teile der Oberfläche von Kugelseg¬ 
menten vor, in deren Centra die centralen Kapseln sich befinden, um welche 
herum die grossen Nadeln des Skeletts in radialer Richtung liegen. 
Thalassicolla p e 11 a g i c a H a e c k, 
Die genannte Radiolarie, die zu den ziemlich seltenen gehört und vom 
Autor nur in zwei Exemplaren gefunden worden war, wurde mit obengenann¬ 
ter Mischung fixirt. Die Färbung der Schnitte mit Safranin gelang schlecht, 
da der Kern sich fast nicht tingirte; das Protoplasma färbte sich sehr gut. 
Infolge der schwachen Färbung gelang es dem Autor nicht, den Kern ge¬ 
nau zu untersuchen. Die Querbalken des Netzwerks, welche die Zwischen¬ 
räume zwischen den Fortsätzen des Kerns ausfüllen, enthalten Häufchen von 
Bläschen, deren Inhalt aus Stückchen einer Fettsubstanz besteht. Die mittlere 
Schicht des intracapsulären Protoplasma, welches den Kern umgiebt, enthält 
eine Menge winziger Yacuolen. von denen viele ein sehr kleines Fetttröpf¬ 
chen in sich schliessen. 
Das andere Exemplar T. pellagicae bietet manches Eigentümliche. So kann 
z. B. in der extracapsulären Protoplasmaschicht, die der Membran der cen¬ 
tralen Kapsel anliegt, deutlich radiäre Anordnung der Körnchen wahrgenom¬ 
men werden. Die Alveolen des Calymm liegen nur in einer Schicht. Der Kern 
besteht aus mehreren (10 oder mehr) getrennten rundlichen Höhlen, die mit 
Kerusaft augefüllt sind und je einen geschlängelten, verzweigten, sich schwach 
färbenden Faden enthalten. Die Höhlen des Kerns sind scharf abgegrenzt, 
haben aber keine Membran. In die Zwischenräume zwischen den gesonderten 
Kernen dringt zuerst das intracapsuläre Protoplasma ohne Yacuolen, weiter 
wird es durch ein scharfbegrenztes feinkörniges, durchsichtiges Plasma ersetzt,
        

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