Bauhaus-Universität Weimar

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Dr. Franz Boll: 
sie den linsenförmigen Körper überschritten haben, schwächer 
divergent, und es wird durch sie, indem sie auf der Seiten¬ 
fläche des Aussengliedes auffallen und dort entweder von den 
Pigmentscheiden absorbirt oder durch die dort vorhandene to¬ 
tale Reflexion (Bruecke) wieder reflectirt werden, eine un¬ 
regelmässige Durchleuchtung der Aussenglieder stattfinden. 
4) Der Durchschneidungspunkt liegt hinter der 
vorderen Fläche des linsenförmigen Körpers. In die¬ 
sem Falle wird die Vorderfläche desselben nicht, wie in den 
ersten drei Fällen, von divergirenden, sondern von bereits con- 
vergirenden Strahlen getroffen, die durch den linsenförmigen 
Körper nur noch convergenter gemacht werden. 
In allen diesen Fällen ist das Endresultat ein überein¬ 
stimmendes: die Durchleuchtung der plättchenstructurirten Sub¬ 
stanz des Aussengliedes, und man wird wohl nicht irren, wenn 
man dieselbe als nothwendig für das Zustandekommen einer 
jeden Lichtempfindung ansieht. Der physiologische Nutzen des 
linsenförmigen Körpers würde z. Th. wohl darin zu suchen 
sein, dass derselbe geeignet ist, kleine Schwankungen in der 
Lage der Durchschneidungspunkte, wie sie bei der durch Mus¬ 
kelkraft bewirkten Accommodation wohl unvermeidlich sind, 
ohne Schädigung der Deutlichkeit des Sehens sich vollziehen 
zu lassen, indem, selbst wenn man sich den Durchschneidungs¬ 
punkt innerhalb gewisser Grenzen verschoben denkt, doch stets 
noch eine Durchleuchtung des Aussengliedes, eine gesonderte 
Lichtempfindung stattfinden wird. 
Welches als die normale Lage des Durchschneidungspunk¬ 
tes anzusehen ist, darüber ist eine bestimmte Entscheidung 
nach dem vorliegenden thatsächlichen Material wohl noch nicht 
zu treffen Die vollständigste Durchleuchtung des Aussengliedes 
würde jedenfalls bei der unter 2 angeführten Möglichkeit statt¬ 
finden, wenn Durchschneidungspunkt der Strahlen und Brenn¬ 
punkt des linsenförmigen Körpers zusammenfallen. Vielleicht, 
dass dieses die physiologische Norm ist. Doch muss hervor¬ 
gehoben werden, dass auch die unter 1 aufgestellte Möglichkeit 
gewisse Vorzüge bieten würde. In diesem Falle nämlich, wo 
der Durchschneidungspunkt vor dem Brennpunkte liegen würde,
        

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