Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber subjective Schwankungen der Intensität acustischer Empfindungen [Offprint]
Person:
Urbantschitsch, Victor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37649/9/
Ueber subjective Schwankungen d. Intensität acustischer Empfindungen. 441 
hörsuntersuchungen von wesentlichem Vortheile, weil sich mit der 
Höhe der Empfindlingsschwelle der Einfluss verringert, den Inten¬ 
sitätsunterschied der Schallquelle auf die Stärke der Gehörsem¬ 
pfindungen nehmen; während kleine Veränderungen des Schall¬ 
einflusses an einem gut hörenden Ohre bereits beträchtliche Ver¬ 
änderungen in der Schallempfindung verursachen, üben dagegen 
normaliter leicht erkennbare Intensitäts-Unterschiede auf ein hoch¬ 
gradig schwerhöriges Ohr oft keinen nachweisbaren Einfluss aus 
und zwar muss im Allgemeinen die einem schwerhörigen Ohre be¬ 
merkbare Differenz der Schallstärken um so beträchtlicher sein, 
je bedeutender die Schwerhörigkeit ist. Da nun bei den meisten 
der zur Prüfung verwendeten Schallquellen kleine Schwankungen 
in der Schallintensität verkommen, welche, wenn auch noch so 
gering, dennoch die Schallempfindung eines normalen Ohres auf¬ 
fällig beeinflussen, so ergibt sich daraus die grosse Unsicherheit 
in der Beurtheilung der subjectiven oder objectiven Natur von 
Gehörsschwankungen; es ist nämlich an Normalhörigen häufig 
kein sicherer Nachweis zu bringen, ob die Intensitäts-Schwankungen 
der Gehörsempfindungen auf kleinen Veränderungen in der Stärke 
der Schallquelle beruhen oder aber funktioneller Natur seien. Wie 
bereits erwähnt, sind derartige minimale Aenderungen in der 
Schallintensität bei Schwerhörigen ohne Bedeutung, wesshalb auch 
diesbezügliche Beobachtungsfehler eher vermieden werden können. 
Das schwerhörige Ohr besitzt ausserdem für gewisse Gehörsunter- 
suchungen den Vorzug vor einem normalen Ohre, dass bei ihm 
die acustische Reaktion viel träger stattfindet, wie am letzteren, 
wesshalb sich auch die einzelnen Phasen, welche eine Gehörsem¬ 
pfindung durchläuft, bez. Aenderungen derselben, an Schwerhörigen 
oft deutlich verfolgen lassen, indess am normalen Ohre die gewöhn¬ 
lich ausserordentlich rasch ein tretenden Veränderungen in den 
Gehörsempfindungen sehr schwer oder gar nicht controllirbar sind. 
Selbstverständlich werden von den an Schwerhörigen aufgefundenen 
acustischen Erscheinungen nur jene als physiologisch anzusehen 
sein, welche sich auch an Normalhörigen nachweisen lassen. Die 
acustischen Prüfungen an Patienten mit beiderseitiger Erkrankung 
des Schalleitungs-Apparates bieten jedoch den grossen Vortheil 
dar, dass aus den oben bezeichneten Gründen die Auffindung ver¬ 
schiedener Gehörserscheinungen an Schwerhörigen bedeutend er¬ 
leichtert ist und die Prüfung an Normalhörigen häufig nur mehr
        

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