Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die optische Inversion ebener Linearzeichnungen bei einäugiger Betrachtung [Offprint]
Person:
Loeb, Jacques
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37639/10/
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J. Loeb: 
willige Inversion leichter am Abend als am Morgen und in stär¬ 
kerem Maasse am Ende einer längeren Versuchsreihe als am An¬ 
fänge eintreten, subsumirt sich der Ableitung der Inversion aus 
Innervationsänderungen. Wenn wir ermüdet sind, erfolgen er- 
fahrungsgemäss leichte unbeabsichtigte Innervationen besonders 
Mitbewegungen viel häufiger, als wenn wir kräftig und frisch sind. 
Ich habe bisher nur von der am Eingänge gezeichneten Figur 
a b c d ef gesprochen, um den Gang der Darstellung zu erleichtern. 
Das Gesagte gilt aber in der gleichen Weise für alle anderen 
ebenen Linearzeichnungen. Eine praktische Regel dafür, wie man 
auch komplizirtere stereometrische Linearzeichnungen zur Inversion 
bringen kann, ergiebt sich nach dem Gesagten von selbst. Wir 
brauchen nur im Auge zu behalten, dass die willkürliche Inversion 
an eine Innervation zur Annäherung oder Entfernung des Fixa¬ 
tionspunktes geknüpft ist. Daraus folgt, dass, wenn eine 
körperliche Ecke vom Scheitel aus invertiren soll, die 
durch den Scheitel der scheinbaren Hohlform und der 
scheinbaren konvexen Form der Ecke bestimmte Linie 
mit der Gesichts Unie zusammenfallen muss. Soll aber die 
Gesichtslinie nicht in die Ebene der Zeichnung fallen, so ist jene 
Bedingung bei der stereometrischen Zeichnung einer Ecke deren 
Scheitel 0, deren n Kanten der Reihe nach 0KX, 0K2, • • • 0Kn 
sein mögen, nur dann erfüllt, wenn die Summe der Winkel K1OK2 
4- K2OK3____4- Kn_i 0Kn grösser ist als zwei Rechte. In unserer Figur 
ist das die Ecke b (a c e). Für die Inversion eines Flächenwinkels 
modificirt sich das Gesagte dahin, dass die Gesichtslinie in die 
Ebene fällt, welche durch die Kante der hohlen und erhabenen 
Form des Flächen winkeis bestimmt ist. Von den möglichen hohlen 
und konvexen Inversionsformen einer Ecke sind immer je zwei 
symmetrisch. Bei einer dreiseitigen Ecke bestimmen die Fusspunkte 
der drei Kanten (in unserer Figur a, c, e) die Lage der Symmetrie¬ 
ebene für alle möglichen Inversionsformen. Diese Ebene ändert 
bei der Inversion der Ecke ihren Ort nicht. So kommt es auch, 
dass, wenn die Kante be unserer Figur uns konvex erscheint, 
Punkt b uns näher scheint als Punkt e und dass bei konkaver 
Empfindungen des Behagens oder Unbehagens, wie sie uns auch von anderen 
inneren Organen z. B. dem Verdauungskanal und den Athmungsorganen zu- 
fliessen.
        

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