Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber die nach Durchschneidung der Botengänge des Ohrlabyrinths auftretenden Bewegungsstörungen [Offprint]
Person:
Loewenberg
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37636/14/
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Loewenberg, Bewegungsstörungen nach Durchschneidung etc. 
kürlicher Bewegungen der Thiere zu neuen Reizungen der häu¬ 
tigen Canäle Anlass gibt. 
5. Die Uebertragung dieser reflectorischen Erregung von den 
Nerven der häutigen Semicircularcanäle auf die motorischen Ner¬ 
ven findet im T h a 1 a m u s statt. 
Anhang. 
Versuche an Kaninchen. 
Nach einer bekannten Angabe von Dr. Bro wn-Séquard 
ruft Durchschneiden £ des Nervus acusticus dieselben Bewegungs- 
Störungen hervor, wie Läsion der Halbzirkelgänge. Ich habe in 
dieser Hinsicht eine Reihe von Versuchen an Kaninchen ange¬ 
stellt, über die ich in Kürze berichten will. Als Beispiel diene 
folgendes Experiment : 
Versuch Nr. X. Einem Kaninchen wird der Nervus acusticus 
von der Paukenhöhle aus durchschnitten (siehe die von Claude Ber¬ 
nard für die Durchschneidung des Facialis angegebene Methode in 
dieses Autors: Leçons sur la Physiologie et la Pathologie du Système 
nerveux, Tome il. 18 et 19). Das Messer wird zu diesem Beliufe in 
die Paukenhöhle nach oben und vorn angedrückt. Sofort die charak¬ 
teristischen Bewegungen des Kopfes von rechts nach links und ausser¬ 
dem Manègebewegungen. Das rechte Ohr scheint für Gehöreindrücke 
unempfindlich zu sein. Die Manègebewegungen dauern einige Tage 
fort; während des Schlafes nehmen sie an Heftigkeit ab. Wird das 
Thier geschüttelt oder gestossen, so nimmt ihre Intensität zu. Am 
dritten Tage wird das Thier getödtet. Die Section zeigt, dass allerdings 
der rechte Gehörnerv fast vollkommen durchschnitten ist, dass gleich- 
zeitig aber auch die Bogengänge dieser Seite t h e i 1 s zer¬ 
quetscht, t h e i 1 s durchbrochen sin d. 
Andere Versuche ergeben absolut dasselbe Resultat: überall 
waren die Canäle mitverletzt. Es kann somit eine Durchschnei¬ 
dung des Nervus acusticus ohne Mitverletzung der Canäle (auf 
diese Weise wenigstens) nicht erzielt werden. 
Bemerkenswerth ist in diesen Versuchen das constante Ein¬ 
treten von Manègebewegungen, ohne dass (wie die Section be¬ 
wies) irgend welche Hirntheile verletzt worden wären, und ferner 
das Auftreten andauernde Bewegungsstörungen bei nur ein¬ 
seitiger Verletzung der Canäle. 
Erbrechen wurde in keinem Versuche beobachtet.
        

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