Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ueber den Einfluss der Bewegungen des Kopfes auf die Schallempfindung [Offprint]
Person:
Urbantschitsch, Victor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37634/11/
Ueber den Einfluss der Bewegungen des Kopfes auf die Schallempfindung. 9 
wird, fällt ein Vergleich der Schwingungen der Gehörknöchelchen 
bei hohen und bei niederen Tönen zu Gunsten der letzteren aus 
(A. f. A. u. O. IL S. 68—70). 
Aus allen diesen Angaben geht demnach hervor, dass auch 
die experimentellen Untersuchungen über den Einfluss einer ver¬ 
mehrten Anspannung des Tensor tympani keine übereinstim¬ 
menden Resultate ergeben. Dagegen lässt sich aus demselben 
allerdings ersehen, dass durch eine Retraction des Trommelfell¬ 
spanners eine Abschwächung der Schwingungsfähigkeit des schall¬ 
leitenden Apparates des Gehörorganes bewirkt wird, welche sich 
in der Regel für die tiefen Töne mehr geltend macht, als für die 
hohen Töne, weshalb auch bei vermehrter Anspannung des Tens, 
tymp. in den meisten Fällen ein Hervortreten der hohen Töne 
angegeben wird. 
Es war mir aus diesem Grunde höchst auffallend, dass die 
meisten meiner Versuchsindividuen bei starker Neigung des Kopfes 
sowie bei willkürlicher Contraction der Gaumen-Rachenmuskeln, 
also im Momente der von mir angenommenen vermehrten An¬ 
spannung des Tens, tymp., das hohe Zischen in dem Geräusche 
des Inductionsapparates sehr geschwächt oder gar nicht perci- 
pirten, indess bei Nachlass der Muskelspannung die hohen Töne 
plötzlich wieder deutlich hervortraten. Ich stellte deshalb ge¬ 
nauere Prüfungen mit verschiedenen Stimmgabeln an. Es zeigte 
sich dabei, dass ein Theil der Versuchsindividuen während der 
Anspannung der Gaumen-Rachenmuskeln wohl eine Veränderung 
des Tones bemerkte, aber nicht im Stande war, dieselbe näher 
zu bestimmen. Ein anderer Theil dagegen beobachtete bei den 
Versuchen eine deutliche Erhöhung des Tones, Andere wieder 
constatirten ein Tieferwerden desselben; endlich wurde mir von 
einigen Versuchsindividuen angegeben, dass der Ton qualitativ 
unverändert bleibe, dagegen quantitative Verschiedenheiten auf¬ 
weise und zwar wurde der Stimmgabelton im Momente der 
Gaumen-Rachenmuskel-Contraction meistens abgedämpft, seltener 
verstärkt gehört. 
Eine vergleichsweise angestellte Prüfung mit dem Geräusche 
des Inductionsapparates zeigte nun, dass die zischenden, hohen 
Töne dieses Geräusches im Momente der Anspannung der Gaumen- 
Rachenmuskeln auch bei solchen Individuen zurücktreten können, 
bei denen der Stimmgabelton nur eine quantitative Veränderung 
zeigte, oder bei denen die hohen Stimmgabeltöne selbst stärker 
percipirt werden.
        

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