Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Alkoholgärung. VII. Mitteilung. Die Verarbeitung von Acetaldehyd durch Hefe bei verschiedenen Verhältnissen
Person:
Kostytschew, S.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37614/5/
S. Kostytschew, 
'*06 
Süurebestimmungen. 
Die Rückstände von der Alkoholdestillation wurden auf 
dieselbe Weise weiter verarbeitet, wie im Versuche 1. Die 
von etwa vorhandener Ameisensäure befreiten Destillate ver¬ 
brauchten folgende Mengen von lfa n-Natronlauge. 
A. 10,3 ccm; Essigsäure 0.618 g. 
B. 9,0 » ; » 0.594 » 
Es wurde also gar keine Mehrproduktion in B wahr¬ 
genommen. Die Differenz zwischen den beiden Portionen liegt 
innerhalb der Grenzen der Versuchsfehler. 
A. Silberbestimmung. 
0,1989 g Silbersalz gaben 0,1242 g Ag. 
Berechnet für Silberacetat ... Ag = 64,64% 
Gefunden.......... » = 62,44 % 
Die Essigsäure war also durch Säuren von größerem 
Molekulargewicht deutlich verunreinigt. In diesem Versuche 
war die Gesamtmenge des aus Acetaldehyd gebildeten 
Alkohols (0,625 g) nicht nach Cannizzaro gebildet. 
Obige Versuche zeigen also ganz deutlich, daß Hefe¬ 
fermente imstande sind, den Acetaldehyd nicht nach Canniz¬ 
zaro, sondern auf eine andere, einstweilen nicht näher zu 
präzisierende Weise zu verarbeiten. Auch die von Neuberg 
und Steenbock beschriebene Reduktion von Valeraldehyd 
durch Hefe vollzieht sich ohne eine entsprechende Bildung 
von Säure, also ebenfalls nicht nach Cannizzaro.1) 
Diese Ergebnisse haben mich veranlaßt, das Wesen der 
Aldehydverarbeitung durch Preßhefe zu verändern zu suchen, 
was auch ganz leicht gelungen ist. In Gegenwart von Ameisen¬ 
säure“) wird der größte Teil von Acetaldehyd ohne ent¬ 
sprechende Bildung von Essigsäure reduziert, wie es aus 
folgenden Versuchen zu ersehen ist. 
Der erste Versuch soll zeigen, daß die für meine Ver¬ 
suche verwendete Hefe den Acetaldehyd unter normalen Ver¬ 
hältnissen nach Cannizzaro verarbeitet. 
') C. Neuberg und H. Steenbock, Biochem. Zeitschr., Bd. 52, 
S. 497 (1913). 
*) Die Konzentration der Ameisensäure soll 0,08 °/o nicht über¬ 
steigen!
        

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