Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weitere Beobachtungen über Chymosin und Pepsin des Kalbsmagensafts
Person:
Rakoczy, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37597/2/
^ A. Rakoczy, 
Unlängst hatte ich Gelegenheit, gleichzeitig die aus den 
kleinen Mägen von 2 Kälbern verschiedenen Alters stammenden 
Säfte zu untersuchen. Beide waren von Herrn Privatdozent 
J. Belgowski operiert worden, und zwar das erste (A) im 
Alter von 3 Wochen Mitte Oktober 1910. Dasselbe war zur 
Zeit der Beobachtung (März 1911) gegen 5 Monate alt; es 
nährte sich in den ersten Monaten von Milch, sodann von ge¬ 
mischtem Futter und in den letzten 2 Wochen ausschließlich von 
Heu. Das zweite (B) wurde den 25.1. 1911 geboren, den 15. II. 
operiert und war zur Zeit der Beobachtung gegen O s Monate 
alt; als Nahrung diente ihm die ganze Zeit über Milch. 
Säfte für den Zeitraum 27.-28. II. 1911. Gesamtacidi¬ 
tät: A — 08 (= 0,25°/« HCl), B — 82 (= 0,30 °/o HCl). Durch 
Zusatz von entsprechenden Mengen Wasser und n,'io-HCl wurden 
beide Säfte um das Zweifache verdünnt und auf die gleiche 
Acidität 50 (= 0,18 rt/o HCl) gebracht.1) Nach einer solchen 
Verdünnung koagulierte der Saft des älteren Kalbes (A,) Milch 
in 58". der des Milchkalbes (B,) in 23“ ;2) eine vorher ange- 
stellte Probe mit trockenem Cärmin-Fibrin hatte gezeigt, daß 
beide Säfte eine fast gleiche proteolytische Kraft besaßen. 
Der präziseren Vergleichung halber wurde zu A, ein 
gleiches Volumen gekochten B, und zu B, ein gleiches Volumen 
gekochten A, hinzugesetzt, wodurch Acidität und Menge der 
festen Bestandteile in beiden Säften ausgeglichen, die F.erment- 
mengen um 4 mal verringert werden. Der Vergleich (am 
folgenden Tage) ergab: 
1. A, (+ gek. IV) koag. 118“, verd. (Mett 21 Std.) 3,0 mm 
B, (~f- A,) » 35“, » » 21 » 2,85 * 
2. A, und B, wurden zur Untersuchung des Fintlusses 
von NaOII und CaGI, durch Verdünnung mit “'»o-HCl auf die 
gleiche milchkoagulierende Kraft gebracht (A„ und B„) : 
li Da dio Acidität des Kalbsmagensaftes 100 l ~ 0.3<5f) ® .> HC.li nicht 
überstieg, so benutzte ich zur Verdünnung die Formel : 
100 ccm Saft j~. i lOO — P) ccm n/io-H(.l rf- P ccm Wasser, wo 
P die in ccm n,io-NaOU auf JOO ccm Saft ausgedrückte Acidität bedeutet. 
*) 1 ccm saurer , n,2ol Saft auf 10 « ein frische Milch bei 10° C.
        

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