Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Weitere Beobachtungen über Chymosin und Pepsin des Kalbsmagensafts
Person:
Rakoczy, A.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37597/1/
Weitere Beobachtungen Ober Chymosin und Pepsin des 
Kalbsmagensafts. 
_ Von 
A. Rakoczy. 
(Aus dem physiologisch-chemischen Lnhoratorinm der kais. St. Wladimir-Universität in 
Kiew.) 
(Der Redaktion zugegangen am 8. Juli 1011.) 
Die Untersuchung von Kalbs- und Rindermageninfusionen 
hat mich zu dem Schlüsse geführt, daß sich die milchkoagu¬ 
lierende Fähigkeit des Rindermagens durch die alleinige Wirkung 
des Pepsins (Parachymosins) erklären läßt, während man ge¬ 
zwungen ist, für den Kalbsmagensaft das Vorhandensein eines 
anderen, speziell milchkoagulierenden Ferments — des Chy¬ 
mosins — neben dem Pepsin anzunehmen. *) Mit zunehmendem 
Alter verschwindet das Chymosin. Dieses Verschwinden am 
natürlichen Magensaft eines und desselben Versuchstieres nach¬ 
zuweisen, ist mit gewissen Schwierigkeiten verbunden: die 
Methoden zur quantitativen Bestimmung der Fermente geben 
keine absoluten Zahlen ; anderseits führt die Vergleichung von 
in großen Zeitintervallen gesammelten Säften zu unzuverlässigen 
Resultaten, da der Saft bei langewährender Aufbewahrung 
seine Eigenschaften ändert.*) Daher vermochte ich nach mehr 
als einmonatiger Beobachtung eines Kalbes mit kleinem Paw- 
lowschem Magen nicht, eine Verminderung der milchkoagu¬ 
lierenden Fähigkeit des Magensafts mit Bestimmtheit festzu¬ 
stellen und in Zahlen auszudrücken.* 3) 
’) Riese Zeitschrift, Rd. (58, S. 421. 
*) Soweit ich bemerken konnte, erfolgen bei langewährendem Auf¬ 
bewahren an kaltem Orte im künstlichen oder natürlichen Kulbsmagen- 
saft dieselben Veränderungen, wie beim 2—ätägigen Digerierén bei 40°: 
die milchkoagulierende Kraft füllt viel schneller als die proteolytische, 
d. h! es kommt zur Zerstörung des Chymosins. 
3) I. c. S. 455. :
        

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