Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Über Canaubon: Ein glycerinfreies Phosphatid, lecithinähnlich konstituiert mit Galaktose als Kern
Person:
Dunham, Edward K. C. A. Jacobson
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37577/13/
Edward K. Dunham und C. A. Jacobson. 
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nehmen, wenigstens sieht man nirgends plane Oberflächen, die 
sich in geraden Linien schneiden. Die Substanz scheint sich 
vielmehr in Form conchoidaler Scheiben aus den Lösungen 
auszuscheiden; die mehr oder weniger gekrümmten Falten 
und Linien, in welchen diese Scheiben Zusammentreffen, können 
Krystallnadeln allerdings sehr ähnlich sehen, allein, daß es 
wirkliche Krvstalle gibt, dafür haben wir bis jetzt keinen Beweis. 
Carnaubon ist ganz unlöslich oder äußerst schwer löslich 
in Äther, auch bei Siedetemperatur; ebenso ist es in Aceton 
wenig löslich. Methyl-, Äthyl- und Amylalkohol lösen es sehr 
leicht bei höherer Temperatur, aber schon bei Zimmertemperatur 
scheidet es sich größtenteils aus, und bei Eisschranktemperatur 
ist es ganz wenig löslich in diesen Mitteln. Die Löslichkeit 
in Eisessig, Essigester, Benzol, Toluol, Chloroform und Pyridin 
ist ähnlich der Löslichkeit in den angegebenen Alkoholen. 
Eine Mischung von Chloroform und Methylalkohol im Ver¬ 
hältnis 2 . 1 löst bedeutende Mengen des Carnaubons auch bei 
Zimmertemperatur. Mit Wasser gibt es eine Mischung, die 
etwas seifenartig und opalescierend ist. 
Die Lösung in 500/»igem Alkohol ist neutral gegen 
Phenolphthalein und die sonstigen üblichen Indikatoren. 
Die Lösung in zwei Teilen Chloroform + ein Teil Methyl¬ 
alkohol dreht polarisiertes Licht rechts. Eine Bestimmung ergab- 
Mn = + 10,2o. 
Auf dem Platinblech erhitzt, schmilzt das Carnaubon zu 
einer zuerst farblosen Flüssigkeit, die sich bald bräunt, dann 
mit gelber, rußender, nach verbranntem Fett riechender 
Flamme brennt und eine schwarze Kohle zurückläßt. All¬ 
mählich wird der Rückstand farblos und der zuletzt hinter¬ 
bleibende Fleck gibt Phosphorsäurereaktion. 
Der Schmelzpunkt der Garnaubonpräparate, die wir bei 
unseren Versuchen meistens benutzten, war 189 ° (unkorrigiert). 
1A. Auwmmensfellimg. 1. Aus Rindernieren läßt sich durch 
Alkohol ein glycerinfreies Triazomonophosphatid extrahieren, das 
Galaktose oder Aminogalaktose, Carnaubin-, Stearin-, Palmitin- 
und Phosphorsäure und Cholin enthält. Auffallend ist, daß dieses 
Phosphatid in Äther sehr schwer, fast gar nicht löslich ist.
        

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