Bauhaus-Universität Weimar

Ober Adsorption gelöster Stoffe. 
Von 
Erik Hägglnnd. 
(Aus iloni biocliomischen Laboratorium der Hochschule .Stockholm.! 
(Der Redaktion zujrcgangen am 20. Dezember 1‘MHl.i 
ln den letzten Jahren ist das Studium der Adsorption 
gelöster Stoffe immer mehr Gegenstand experimenteller und 
theoretischer Untersuchungen geworden. Unter denselben sind 
besonders diejenigen von Freundlich1) und die besonders von 
physiologischen Gesichtspunkten aus unternommenen Arbeiten 
von Michaelis und Rona zu nennen. Auf thermodynamischer 
Grundlage durch Betrachtung der Adsorption als Oberflächen¬ 
phänomen ist folgende Beziehung abgeleitet worden:1) 
In derselben ist: 
U = Überschuß von gelöstem Stoff pro Oberflächeneinheit. 
(J = Oberflächenspannung, 
c = Konzentration der Lösung. 
Diese Gleichung bedeutet in Worten : 
Nimmt die Oberflächenspannung mit steigender Konzen¬ 
tration zu, so ist u negativ: die Oberfläche enthält weniger 
gelösten Stoff als das Innere der Flüssigkeit ; nimmt umgekehrt 
die Oberflächenspannung mit steigender Konzentration ab, so 
reichert sich der gelöste Stoff in der Oberfläche an. Den ersten 
Fall bezeichnet man als negative, den letzteren als positive 
Adsorption. 
Auf Grund des Gibbs -Freundlich sehen Theorems konnte 
man erwarten, daß Stoffe wie NaCl, KCl u. a., welche die Ober¬ 
flächenspannung des Wassers erhöhen, in wässeriger Lösung nega- 
•)• Siche H. Freundlich. Kapillarchemie. S. 52.
        

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