Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Physikalisch-chemisches Verhalten der Harnsäure und ihrer Salze im Blut
Person:
Gudzent, F.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit37549/16/
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F. Gudzent, 
vollziehen. Ich habe schon in dem ersten Teil meiner Aus¬ 
führungen zeigen können, wie Vorgänge, die theoretisch ab¬ 
geleitet werden konnten, sich experimentell nicht nur im 
künstlichen, sondern auch im natürlichen Blutserum haben 
verifizieren lassen. Da nun zunächst keinerlei Bedingungen 
bekannt sind, die im Organismus auf die Bildung und das 
weitere Verhalten des Mononatriumurats andersartiger einwirken 
könnten als im Experiment, so kann auch hier ein gleiches 
Verhalten wie im reinen Wasser erwartet werden. 
Das Experiment im künstlichen Serum vermag nun in 
der Tat zu bestätigen, daß der Vorgang der Umlagerung aus 
der unstabilen Form in die stabile sich vollzieht.1) 
Im natürlichen Blut und seinem Serum ist freilich die 
Prüfung dadurch erschwert, daß bei den geringen Mengen die 
bisherigen Methoden der Harnsäurebestimmungen versagen und 
anderseits bei der Temperatur von 37 ° trotz Zusatz von Thy¬ 
mol oder Toluol sehr bald Fäulnis auftritt. Diese Schwierig¬ 
keit zu überwinden, ist nun nicht völlig gelungen, und wir 
können daher nicht mit Sicherheit angeben, ob die Umsetzung 
des Natriumurats ebenso und mit der gleichen Geschwindigkeit 
sich vollzieht. Es ist aber mit der größten Wahrscheinlichkeit 
anzunehmen, daß das längere Zeit zirkulierende Salz2) 
nicht dauernd in seiner unbeständigen Form vorhanden ist, 
sondern in die beständige übergeht: deren Löslichkeitswert 
muß demnach da, wo diese Bedingung gegeben ist, einzig ma߬ 
gebend sein. 
Der Zustand der dauernden Zurückhaltung von Monona¬ 
triumurat im Blut ist ja nun das ausgesprochenste Symptom 
') cfr. S. 465. 
*)' Der Ausdruck «zirkulierendes Salz* ist nicht ganz präzis. In 
der starken Verdünnung nämlich, in welcher ein harnsaures Salz im 
Blute vorhanden ist, ist es nahezu völlig dissoziiert, in seine Ionen ge¬ 
spalten. Es kreisen also im Blute Na-Ionen und C6H,N403-Ionen und 
nur ein ganz geringer Bruchteil undissoziierte Uratmoleküle. Da aber 
die für das Urat geltenden Gesetzmäßigkeiten durch diesen Vorgang in 
keiner Weise geändert werden, kann man des bequemeren Verständnisses 
halber den Ausdruck «zirkulierendes Salz» beibehalten.
        

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